Wirtschaft
Neu wird bei der Metro AG demnächst vor allem die Unternehmenstruktur sein.
Neu wird bei der Metro AG demnächst vor allem die Unternehmenstruktur sein.(Foto: dpa)

Metro spaltet sich auf: "Personalabbau ist kein Thema"

Lebensmittel auf der einen Seite, Elektronikgüter auf der anderen: So stellt sich der Vorstand vom Handelskonzern Metro die Zukunft vor. Auch Ascan Iredi, Chefanlagestratege von Flatex, hält es für einen sinnvollen Schritt, die Real- und Cash&Carry-Märkte von den Elektronikriesen Media Markt und Saturn zu trennen.

n-tv.de: Warum hat sich das Management der Metro entschieden, das Unternehmen aufzuspalten?

Ascan Iredi: Bei der Metro ist es in Sachen Unternehmensentwicklung in den letzten Jahren eher zäh vorangegangen. Wenn man das Marktumfeld beobachtet, ist im Einzelhandel aber viel passiert: Unternehmen wie Lidl und Aldi haben national und international den Handel im Food-Bereich aufgerollt - bei Metro hingegen herrschte eher Stillstand. Eigentlich ist das, was jetzt in Düsseldorf passiert, ein Paukenschlag. Der Großaktionär Haniel hat schon vor Langem geäußert, dass sie mit der Unternehmensstrategie unzufrieden sind. Nun passiert etwas. Bei Metro hat man gesehen, dass sich auch andere Unternehmen wie der US-Konzern Alcoa oder hierzulande RWE aufspalten und dass das ein gangbarer Weg ist. Nun schlägt man selbst diesen Weg auch ein.

Hat die Metro zu lange mit einer solchen Strategie-Entscheidung gewartet und kommt damit nun zu spät?

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Zu spät kann man eigentlich nicht sagen, es ist jedoch in dem Sinne auch kein Unternehmenswert geschaffen worden. Zum einen ist es leider so, dass die Metro in einigen Bereichen von der Konkurrenz abgehängt worden ist. Man hat sich zu lange mit dem Problem der Real-Märkte beschäftigt. Für Fortschritte hat man gleichzeitig jedoch sehr lange gebraucht. Bei Metro sieht man auch, dass andere Konzepte wie Lidl und Aldi wesentlich erfolgreicher sind - und das sind auch deutsche Konzepte! Es ist schon sehr deutlich zu sehen, dass die bisherige strategische Ausrichtung die heutigen Probleme erst geschaffen hat. 

Zum anderen ist natürlich auch die Abhängigkeit vom osteuropäischen Markt, gerade vom Russland-Geschäft, im derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Umfeld sehr schwierig. Das ist auch für die Metro AG ein sehr großes Problem.

Werden hohe Kosten für die Spaltung des Konzerns auf das Unternehmen und die Anleger zukommen?

Ich denke, die Kosten werden sich in Grenzen halten. Fusionen liegen ja allgemein im Trend: Man wird größer, man wächst und schließt sich zusammen. Fusionen kosten meistens erstmal was bei der Neustrukturierung und beim Personalabbau - das ist im Fall der Metro aber nicht zu erwarten, denn gerade Personalabbau ist in diesem Fall wirklich kein Thema. Es wird sogar, wenn überhaupt, eher zu einem leichten Personalaufbau kommen: Eine neue Unternehmensstruktur braucht auch eine erneuerte Administration; für die Mitarbeiter heißt das also nichts Negatives. Für die Metro es dieser Schritt erstmal ein Weg, der auch kostenmäßig einigermaßen neutral ist.

Wie reagieren Marktumfeld und Analysten auf die Meldung aus Düsseldorf?

Man sieht heute auf der Kurstafel bei der Kursreaktion die Aktie mit zwei Euro Aufschlag. Man kann heute schlecht beziffern, wie viel das am Ende fairerweise ist. Das Ergebnis ist jedoch, dass Unternehmen, die aus verschiedenen Geschäftsbereichen bestehen und sich aufteilen, in der Summe meistens mehr wert sind als das Konglomerat. Und das spaltet sich im Falle der Metro ja nun auf: Auf der einen Seite die Elektroniksparte mit Saturn und Media Markt und auf der anderen Seite die Food-Sparte. Das sind zwei Bereiche, die im Prinzip nichts miteinander zu tun haben, deshalb kann man sie auch gut separat fahren. 

Den margenstärkeren Elektronikteil möchte die Metro behalten, zumal man ja gerade auch dort in letzter Zeit bei der Online-Vermarktung Erfolge verzeichnen und den Online-Handel angehen konnte. Die guten Ergebnisse bestärken die Metro natürlich für die Zukunft, weswegen man darauf vermutlich in nächster Zeit hauptsächlich darauf setzen wird.

Mit Ascan Iredi sprach Liv von Boetticher-Germeroth

Quelle: n-tv.de

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