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Schmierige Praktiken im Ausland: Pfizer zahlt und schweigt.
Schmierige Praktiken im Ausland: Pfizer zahlt und schweigt.(Foto: picture alliance / dpa)

Verdacht auf Bestechung: Pfizer wehrt Ermittlungen ab

Finanzkraft schützt nicht unbedingt vor Strafe, kann aber unter Umständen dazu beitragen, unangenehme Enthüllungen zu verhindern: Der milliardenschwere Pharmakonzern Pfizer rettet sich mit einer überschaubaren Strafzahlung vor der juristischen Aufarbeitung internationaler Korruptionsvorwürfe.

Mit dieser Art der Aufarbeitung bleibt Pfizer Zielscheibe des Unmuts von unten: Occupy-Aktivisten zählen den Pharmariesen zum übergewichtigen Teil von "Corporate America" (Archivbild).
Mit dieser Art der Aufarbeitung bleibt Pfizer Zielscheibe des Unmuts von unten: Occupy-Aktivisten zählen den Pharmariesen zum übergewichtigen Teil von "Corporate America" (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Mit einer Millionenzahlung hat der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bestechung abgewendet.

Der Hersteller des Potenzmittels Viagra einigte sich im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen mit dem US-Justizministerium und der Börsenaufsicht SEC auf eine Strafzahlung.

Pfizer überwies eine Summe von 60,2 Mio. Dollar und kann damit die weitere juristische Aufarbeitung von Schmiergeldzahlungen in mehreren Ländern beilegen. Der Fall betrifft zwei ausländische Töchter von Pfizer, sowie eine Gesellschaft, die dem Konzern im Zuge der Wyeth-Übernahme 2009 zugefallen ist. Die Einigung ist Teil einer Offensive gegen Bestechungen durch große US-Konzerne im Ausland.

Laut Justizministerium hat eine Pfizer-Tochtergesellschaft zugegeben, zwischen 1997 und 2006 mehr als 2 Mio. Dollar an Bestechungsgeldern unter anderem in Bulgarien, Kroatien, Kasachstan und Russland gezahlt zu haben. Das Geld floss an Mitglieder von Krankenhausverwaltungen, Regulierern und andere Vertreter von Gesundheitseinrichtungen, um beispielsweise die Zulassung von Medikamenten zu beeinflussen.

Pfizer war 2004 das erste Pharmaunternehmen, das dem Justizministerium freiwillig Auskunft über vergangene Vergehen erteilte. Dennoch zog sich der Fall über Jahre hin. Zuvor soll sich Pfizer den Angaben zufolge in vielen Ländern - unter anderem auch in Russland, China und Italien - Aufträge mit Bestechung gesichert haben. Zudem belohnte der Konzern staatlich angestellte Ärzte für zahlreiche Verschreibungen.

Die Bestechung ausländischer Regierungsmitarbeiter ist Firmen mit einer Börsennotierung in den USA seit 1977 untersagt.

Die Strafzahlung in zweistelliger Millionenhöhe dürfte Pfizer schnell verschmerzen. Allein für das zweite Quartal hatte der Konzern Ende Juli einen Reingewinn von 3,25 Mrd. Dollar eingestrichen, ein Plus von rund 25 Prozent binnen Jahresfrist.

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Quelle: n-tv.de

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