Wirtschaft
Weitgehend isoliert: Ferdinand Piëch.
Weitgehend isoliert: Ferdinand Piëch.(Foto: dpa)

Machtkampf beim Volkswagen-Konzern: Porsche-Familie geht auf Distanz zu Piëch

Der Machtkampf bei VW tobt: Die Familie Porsche distanziert sich öffentlich von den Äußerungen des VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch - und stellt sich damit hinter Konzernchef Winterkorn. Piëch steht mit seiner Meinung offenbar ziemlich isoliert da.

Im Machtkampf bei Volkswagen ist die Porsche-Familie auf Distanz zu VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch gegangen. "Die Aussage von Herrn Dr. Piëch stellt seine Privatmeinung dar, welche mit der Familie inhaltlich und sachlich nicht abgestimmt ist", ließ Wolfgang Porsche als Vertreter der Porsche-Familie mitteilen. Wolfgang Porsche ist der Cousin von Ferdinand Piëch.

Piëch war zuvor völlig überraschend von VW-Vorstandschef Martin Winterkorn abgerückt. Er hatte sich im "Spiegel" mit dem Satz zitieren lassen: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn." Winterkorn galt zuvor als Favorit auf die Nachfolge Piëchs als Chef des Kontrollgremiums. Die Familien Piëch und Porsche halten die Mehrheit an VW. Wolfgang Porsche ist der Sprecher des Porsche-Zweigs.

"Piëch will ihn killen"

Damit steht Piëch mit seinen Äußerungen zunehmend isoliert da. Bisher gab es aus dem VW-Aufsichtsrat keine öffentliche Unterstützung der Position Piëchs. Bereits vor der Stellungnahme der Porsche-Familie hatte sich Winterkorn kämpferisch gezeigt. "Piëch will ihn killen, aber Winterkorn kämpft", zitierte die "Bild am Sonntag" einen Vertrauten des Konzernlenkers.

Hinter Winterkorn stellte sich auch bereits der mächtige Betriebsratschef Bernd Osterloh. Mit Winterkorn habe der Konzern "den erfolgreichsten Automobilmanager an Bord", erklärte Osterloh.
Wenn es nach dem Willen der Arbeitnehmer gehe, solle Winterkorns Vertrag über 2016 hinaus verlängert werden. Auch Niedersachsen stärkte Winterkorn den Rücken. Wirtschaftsminister Olaf Lies griff Piëch direkt an: "Man sollte bitte nicht den erfolgreichen VW-Konzern durch solch öffentliche Einlassungen in eine schwierige Situation bringen", sagte er.

Quelle: n-tv.de

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