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Notwendige Insvestitionen wurden bewilligt - zum Ende dieses Jahrzehnts will Porsche mit dem Bau des Elektroautos beginnen.
Notwendige Insvestitionen wurden bewilligt - zum Ende dieses Jahrzehnts will Porsche mit dem Bau des Elektroautos beginnen.(Foto: dpa)

Aufsichtsrat bewilligt Investitionen: Porsche setzt auf Elektro-Sportwagen

Nachdem schon im September über eine "Mission E" von Porsche gemunkelt wurde, sind die nötigen Investitionen nun beschlossene Sache. Bis 2020 wird mit dem Bau von Elektroautos begonnen. Auch über den Preis dieser kursieren bereits Gerüchte.

Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche verwirklicht seine Pläne für einen PS-starken Elektro-Sportwagen. Der Aufsichtsrat der VW-Tochter gab grünes Licht für die damit verbundenen Investitionen von 700 Millionen Euro am Stammsitz Stuttgart-Zuffenhausen. Die Konzernschwester Audi, die Porsche mit einer in den USA verbotenen Abgas-Software belieferte, will unterdessen die Aufarbeitung der Affäre im eigenen Haus vorantreiben. Im Volkswagen-Konzern soll der Stahl-Manager Karlheinz Blessing neuer Personalvorstand werden. Im Porsche-Stammwerk sollen über 1000 neue Arbeitsplätze entstehen. Eine Lackiererei und Montagehalle werden gebaut.

Porsche-Chef Oliver Blume
Porsche-Chef Oliver Blume(Foto: picture alliance / dpa)

Das bestehende Motorenwerk wird erweitert für die "Mission E", wie Porsche das Vorhaben nennt. Der Bau des 600 PS starken Sportwagen-Viertürers soll Ende dieses Jahrzehnts starten, der Wagen soll eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern haben. "Wir nehmen die Herausforderung der Elektromobilität konsequent an", sagte Porsche-Chef Oliver Blume.

Der Preis für das Fahrzeug ist noch unklar. In Branchenkreisen wird geschätzt, dass sich Porsche am US-Konkurrenten Tesla orientiert und der Stuttgarter Elektrobolide gut 100.000 Euro kosten werde.

Neuer Logistik-Vorstand koordiniert E-Projekt

Der Aufsichtsrat bewilligte zudem eine Vorstandspersonalie: Der bisherige VW-Manager Albrecht Reimold wird neuer Porsche-Vorstand für Produktion und Logistik. Bei der Konzernmutter Volkswagen leitete der 54-Jährige zuvor das Werk in Bratislava, wo unter anderem die Karosserie für den Porsche-Geländewagen Cayenne hergestellt wird. Porsche hatte die "Mission E" bereits im September auf der Automesse IAA in Frankfurt/Main vorgestellt - damit das Vorhaben verwirklicht wird, bedurfte es aber der Zustimmung des Aufsichtsrats. Die kam nun.

Derweil zieht nach der Mutter VW nun auch Audi Konsequenzen aus dem Abgas-Skandal. Volkswagen-Chef Matthias Müller übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat der Oberklassen-Marke. Das Kontrollgremium entließ zudem am Donnerstagabend den bereits im September beurlaubten Technikvorstand Ulrich Hackenberg und holte den zu Rheinmetall gewechselten früheren Leiter der Audi-Motorentwicklung, Stefan Knirsch, als Hackenbergs Nachfolger zurück nach Ingolstadt.

Zudem wurde bekannt, dass der Stahl-Manager Karlheinz Blessing neuer Personalvorstand bei Volkswagen werden soll. Ein entsprechender Bericht des "Tagesspiegels" wurde in Konzernkreisen bestätigt. Blessing soll am kommenden Mittwoch vom VW-Aufsichtsrat zum neuen VW-Personalchef ernannt werden.

Ermittlungen in Abgas-Affäre gehen voran

Die US-Anwaltskanzlei Jones Day, die auch schon bei VW aktiv ist, wurde beauftragt, die Hintergründe der Diesel-Affäre bei Audi zu ermitteln. Vor Müller stand der im Zuge der Affäre zurückgetretene VW-Chef Martin Winterkorn an der Spitze des Audi-Aufsichtsrats.

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler musste dem Aufsichtsrat erklären, warum der Konzern eigene Tricksereien bei Abgastests zunächst bestritten hatte - dann aber doch verbotene Software bei seinem Sechszylinder-Turbodiesel einräumen musste. Der stellvertretende Audi-Aufsichtsratschef und frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber lobte: "Die Aufklärung geht voran. Das ist ein notwendiges und gutes Zeichen."

Auch der Gesamtbetriebsratschef und Aufsichtsrat Peter Mosch signalisierte Rückhalt: "Die bisher getroffenen Maßnahmen des Vorstands zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Zudem müssen jetzt weiter Konsequenzen gezogen werden, damit so etwas nicht mehr passiert."

Quelle: n-tv.de

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