Wirtschaft

Berlin und Paris machen DruckPortugal soll unter Schirm

08.01.2011, 13:54 Uhr

Wie lange kann Portugal noch Kredite am Kapitalmarkt aufnehmen? Einem Medienbericht zufolge sind Deutschland und Frankreich sehr skeptisch. Beide EU-Führungsmächte wollen demnach die Portugiesen unter den Euro-Rettungsschirm drängen. Allerdings wehrt sich die Regierung in Lissabon noch dagegen.

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Die Schuldenflut bedroht Portugal. (Foto: dpa)

Deutschland und Frankreich wollen Portugal angeblich

unter den Euro-Rettungsschirm drängen. Wie der "Spiegel" berichtete,

vermuten Experten beider Länder, dass das finanziell angeschlagene südwesteuropäische

Land nicht mehr lange Kredite am Kapitalmarkt werde aufnehmen können. Nur mit

Hilfen für Portugal lasse sich verhindern, dass die Krise auf weitere Länder

der Euro-Zone wie Spanien oder Belgien überspringe.

Die Regierungen in Berlin und Paris werteten demnach

als Alarmsignal, dass Portugal in der vergangenen Woche beim Verkauf von

Staatsanleihen 3,69 Prozent Zinsen für eine halbjährige Laufzeit bieten musste.

Am selben Tag habe Deutschland eine Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren

für 2,87 Prozent auf den Markt gebracht.

Deutsche und Franzosen rechnen laut "Spiegel"

allerdings mit heftigem Widerstand aus Lissabon. Die portugiesische Regierung

fürchte die mit den Unterstützungszahlungen verbundenen Sparauflagen. Auch die Tatsache,

dass EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso Portugiese sei, spiele eine

nicht unerhebliche Rolle.

Zeitgleich mit der Hilfe für Portugal sollten die

Mitgliedsländer der Euro-Zone dem Nachrichtenmagazin zufolge ankündigen, bei Bedarf alle

notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Währungsunion zu retten.

Die Maßnahme liefe darauf hinaus, dem bislang mit 750 Milliarden Euro

ausgestatteten Rettungsschirm notfalls unbegrenzt weiteres Geld zu geben.

Quelle: AFP