Wirtschaft
Hat er sich durchgesetzt? Peter Terium muss den Posten an der Spitze der Deutschland-Tochter neu besetzen.
Hat er sich durchgesetzt? Peter Terium muss den Posten an der Spitze der Deutschland-Tochter neu besetzen.(Foto: dpa)

Deutschland-Chef wirft hin: RWE bestätigt die Trennung

Der Deutschland-Chef des Energiekonzerns RWE geht vorzeitig: Nach 14 Jahren Arbeit für den Versorger gibt der Energiemanager seinen Posten an der Spitze des Vertriebs- und Verteilnetzgeschäfts auf.

Seit Tagen wird um diese Personalie spekuliert - jetzt kommt die Bestätigung: Der Deutschlandchef des Energieriesen RWE, Arndt Neuhaus, verläßt Ende Januar im Zuge des Konzernumbaus das Unternehmen. Das teilte RWE nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Konzerntochter RWE Deutschland AG mit. Beobachtern zufolge geht damit ein Vertrauter der mächtigen Kommunen, die knapp ein Viertel der RWE-Anteile halten. RWE-Vize Rolf Martin Schmitz lobte Neuhaus als "exzellenten Energiemanager".

Einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge soll dem Zerwürfnis ein Machtkampf zwischen Neuhaus und dem Konzernchef vorausgegangen sein. Dabei sei es vor allem um die geplante Aufspaltung von RWE gegangen - und um die Frage, wer die abgespaltete Ökostromtochter künftig führen sollte.

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RWE-Chef Terium schweigt

Weil Neuhaus ein "enger Draht" zu den kommunalen Aktionären nachgesagt wird, sei die Personalie "heikel", unkten Beobachter. Angeblich sollen die Anteilseigner von RWE in ihm sogar einen Kandidaten für die künftige Leitung des Energiekonzerns gesehen haben.

Von RWE-Chef Peter Terium gab es zunächst keine Stellungnahme zum Ausscheiden von Neuhaus. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Neuhaus lege sein Amt zum 31. Januar "im besten Einvernehmen mit dem Konzern nieder".

Der 49-jährige Neuhaus ist seit 2001 bei RWE und leitet seit Januar 2011 die RWE Deutschland AG. Neuhaus habe "die Weiterentwicklung des Vertriebs- und Verteilnetzgeschäfts maßgeblich mitgeprägt", erklärte Schmitz. Die Trennung fällt für RWE mit einer Phase tiefgreifender Umbrüche zusammen: Deutschlands zweitgrößter Energieversorger steht vor einem tiefgreifenden Wandel.

Bernd Böddeling übernimmt

Im Dezember billigte der Aufsichtsrat des angeschlagenen Energieriesen einstimmig die Aufspaltung des Unternehmens. RWE will das zukunftsträchtige Geschäft mit Erneuerbaren Energien, Netzen sowie Energievertrieb in eine börsennotierte neue Tochtergesellschaft auslagern. Der Mutterkonzern soll sich künftig nur um die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel kümmern.

Die Aufgaben von Neuhaus soll "bis auf Weiteres" Finanzchef Bernd Böddeling übernehmen, teilte RWE mit. Das "Handelsblatt" berichtete, den Netzbereich der neuen Tochter solle Hildegard Müller übernehmen. Die ehemalige CDU-Abgeordnete und frühere Staatsministerin im Bundeskanzleramt wechselt vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zu RWE.

Quelle: n-tv.de

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