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Dienstag, 14. November 2017

Skepsis wegen Jamaika: RWE verdient wieder Milliarden

Das vergangene Jahr war das düsterste der RWE-Geschichte. Wegen der Energiewende und niedriger Strompreise schreibt Deutschlands größter Versorger ein historisches Minus. Nun aber geht es wieder aufwärts.

Der Versorger RWE hat nach den Verlusten im Zuge der Energiewende wieder einen Milliardengewinn eingefahren. In den ersten neun Monaten verdiente der Konzern nach Angaben 2,2 Milliarden Euro. Dies sei zwar unter anderem der vom Bund zurückgezahlten Brennelementesteuer zu verdanken gewesen. Doch auch operativ lief es besser.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg dank eines höheren Handelsergebnisses, Kostensenkungen und den besser ausgelasteten Gaskraftwerken um 9,3 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. "RWE hat wieder die Kraft, selbst zu gestalten", sagte Finanzchef Markus Krebber.

Lukrativer Stromhandel

Im vergangenen Jahr hatte der größte deutsche Stromproduzent nach Abschreibungen auf seine Kraftwerke einen Rekordverlust von 5,7 Milliarden Euro eingefahren. Doch das Blatt wendet sich. Die lange Zeit gefallenen Strom-Großhandelspreise haben etwas angezogen, was sich aber wegen des in der Regel zwei, drei Jahre im voraus verkauften Stroms erst zeitverzögert auswirken wird. In den ersten neun Monaten dieses Jahres erzielte RWE beim Strom noch niedrigere Preise als ein Jahr zuvor.

Im Geschäft mit Braunkohlekraftwerken und der Kernenergie wie auch in der übrigen europäischen Erzeugung gingen die operativen Ergebnisse zurück. Im stark schwankenden Energiehandel fuhr RWE hingegen einen operativen Gewinn von 201 Millionen Euro ein, nach einem Verlust von 97 Millionen im Vorjahreszeitraum.

RWE bekräftigte die Prognose für 2017. Danach soll sich das bereinigte Ebitda auf 5,4 Milliarden bis 5,7 Milliarden Euro belaufen. Das bereinigte Nettoergebnis soll bei 1,0 Milliarden bis 1,3 Milliarden Euro liegen nach 0,8 Milliarden Euro. Der Konzern peilt Ergebnisse am oberen Ende der Spannen an.

Jamaika trübt die Stimmung

Die solide Entwicklung des Stromkonzerns nach dem düsteren Jahr 2016 wird aktuell jedoch von den Jamaika-Verhandlungen überschattet. Die Grünen wollen bis 2020 möglichst viele mit Kohle befeuerte Kraftwerke abstellen, damit Deutschland seine ehrgeizigen Klimaziele doch noch erreichen kann. Bis etwa 2030 soll dann ganz Schluss sein mit der Stromerzeugung aus Kohle. RWE wäre von beiden Beschlüssen stark betroffen, sollten sie umgesetzt werden.

Angesichts der Jamaika-Sondierungen warb RWE-Finanzvorstand Markus Krebber dafür, die Ziele Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit gleichrangig zu verfolgen. "Deutschland gehört zu den Ländern mit der höchsten industriellen Wertschöpfung weltweit. Die Basis hierfür ist eine sichere und bezahlbare Energieversorgung", mahnte Krebber.

Quelle: n-tv.de

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