Wirtschaft
Renault trifft die Absatzkrise in Europa als Volumenhersteller besonders hart.
Renault trifft die Absatzkrise in Europa als Volumenhersteller besonders hart.(Foto: REUTERS)

Mit Radikalkurs gegen Absatzkrise: Renault streicht 7500 Stellen

Auf dem französischen Heimatmarkt gerät Renault mächtig ins Trudeln: 2012 bricht der Absatz dort um rund ein Fünftel ein. Nun reagiert der Konzern: Tausende Jobs sollen abgebaut werden - ein Schlag ins Kontor von Frankreichs Präsident Francois Hollande.

Ein Einbruch bei den Verkaufszahlen in Europa zwingt den französischen Autobauer Renault zu einem radikalen Stellenabbau. Der Peugeot-Rivale streicht in seiner Heimat bis 2016 rund 7500 Stellen. 5700 Mitarbeiter könnten das Unternehmen durch die natürliche Fluktuation verlassen, sagte eine Sprecherin. Renault baut damit rund 14 Prozent seiner Belegschaft in Frankreich ab.

Die europäischen Autobauer leiden unter einer Absatzkrise vor allem in den hoch verschuldeten Südländern. Der Stellenabbau ist ein Schlag ins Kontor von Präsident Francois Hollande, der für dieses Jahr die Schaffung von Arbeitsplätzen zu seinem Hauptziel erklärt hatte. Die Arbeitslosigkeit in Frankreich bewegt sich auf dem höchsten Stand seit 13 Jahren.

Neue Verhandlungen

Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Einsparung von Kosten sollen die Renault-Mitarbeiter zudem Gehaltseinbußen hinnehmen müssen. Aus diesem Grund werden die Verträge neu ausgehandelt. Im vergangenen Jahr waren die Neuzulassungen in Frankreich um 14 Prozent auf 1,9 Millionen Fahrzeuge gefallen. Die Renault-Aktie legte am Dienstag an der Pariser Börse 1,8 Prozent zu.

Auch den Opel-Partner PSA Peugeot Citroen  traf der Einbruch der europäischen Märkte im vergangenen Jahr hart. Die weltweiten Autoverkäufe der Firma brachen 2012 um 16,5 Prozent auf 2,97 Millionen Wagen ein. Vor allem die von der Schuldenkrise gelähmte Nachfrage in südeuropäischen Ländern führte zu dieser Entwicklung. Peugeot trennt sich von 10.000 Mitarbeitern und schließt ein Werk in der Nähe von Paris.

Vielen Autobauern, die ihr Geschäft hauptsächlich in Europa machen, steht das Wasser bis zum Hals. Massenhersteller wie Opel, PSA Peugeot Citroen oder Fiat finden vor allem in Südeuropa kaum noch Kunden für ihre Klein-, Kompakt- und Mittelklassewagen. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der trüben Aussichten trauen sich die wenigsten, ein neues Auto zu kaufen. Im Gefolge der Pkw-Bauer leiden auch die Zulieferer.

Quelle: n-tv.de

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