Wirtschaft
Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew plädiert für einen Neustart in den Gesprächen mit der EU.
Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew plädiert für einen Neustart in den Gesprächen mit der EU.(Foto: picture alliance / dpa)

Moskau räumt Fehler ein: Russland will neue Wirtschaftsgespräche

Mitten im Ukraine-Konflikt nimmt Russland einen neuen Anlauf für Kooperationsgespräche mit der EU. Zugleich umgarnt das Land ausländische Investoren. Mit einem baldigen Sanktionsende rechnet derweil die Außenhandelskammer.

Russlands Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew hat die Europäische Union zu einem Neustart des Dialogs über einen einheitlichen Wirtschaftsraum aufgefordert. "Wir müssen in eine gemeinsame Integrationszukunft gehen", sagte Uljukajew bei einem Vortrag in Stuttgart. "Wir hoffen, dass der Dialog wieder aktiviert wird."

Video

Russland habe seine Vorstellungen zur Kooperation der EU mit der Eurasischen Union kürzlich in einem Schreiben an die Kommission in Brüssel konkretisiert. Auch die russische Regierung habe bei den 2014 begonnenen Gesprächen, etwa über eine Modernisierungspartnerschaft, Fehler gemacht und werde ihre Position ändern.

Vor allem aber müsse das Ukraine-Problem gelöst werden, sagte der Minister für wirtschaftliche Entwicklung. Dabei gehe es nicht nur um eine politische Lösung, sondern auch darum, die Ukraine wieder zahlungsfähig zu machen.

Uljukajew warb dafür, dass deutsche Unternehmen trotz des Konflikts weiter in Russland investieren. So gebe es mehrere Anreize wie ein Einfrieren der Unternehmenssteuern auf dem jetzigen Niveau oder die Möglichkeit, sich stärker bei kleinen und mittleren Unternehmen zu engagieren, die in den Genuss staatlicher Förderung kommen könnten.

Auslandshandelskammer erwartet baldiges Sanktionsende

Unterdessen rechnet die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) mit einem baldigen Ende der westlichen Strafmaßnahmen gegen Moskau. "Meine Prognose ist, dass die Sanktionen ab März stufenweise auslaufen", sagte AHK-Chef Michael Harms in Moskau. Unter deutschen Unternehmern sei die westliche Sanktionspolitik in der Ukraine-Krise "stark umstritten" - jedoch würden auch viele den Kurs der Bundesregierung unterstützen. "Natürlich ist eine Mehrheit gegen Sanktionen - aber wenn man nachfragt, was man sonst hätte machen sollen, wird vielen klar, dass uns Freiheit doch wichtiger ist als das Geschäft", sagte Harms bei einem AHK-Treffen.

Harms veröffentlichte eine Umfrage der Kammer, derzufolge 78 Prozent der deutschen Investoren bezweifeln, dass die Sanktionen Russland zu einem Kurswechsel im Ukraine-Konflikt bringen.

Die EU und die USA wollen Russland mit den Maßnahmen zum Einlenken bewegen. Harms sagte, dass die Mehrheit der mehr als 6000 in Russland tätigen deutschen Unternehmen zwar für nächstes Jahr eine Rezession erwartet, dass aber die langfristigen Aussichten für den russischen Markt positiv bleiben. "Das ist kein Katastrophenszenario - in vielen Branchen geht die Arbeit einfach weiter", sagte der AHK-Chef.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen