Wirtschaft
Der damalige Deutsche-Bank-Chef Ackermann traf 2010 den damaligen russischen Ministerpräsidenten Putin in Berlin.
Der damalige Deutsche-Bank-Chef Ackermann traf 2010 den damaligen russischen Ministerpräsidenten Putin in Berlin.(Foto: dpa)

Deutsche Bank und Schwarzgeld: Russlandgeschäft war noch schmutziger

Dass die Deutsche Bank richtig Ärger in Russland hat, ist kein Geheimnis. Doch geheim war bislang, wie groß dieser ist. Informationen eines Insiders zeigen nun, wie viel Schwarzgeld tatsächlich gewaschen wurde.

Die Geldwäsche-Affäre der Deutschen Bank in Russland weitet sich aus: Dort dürften Kunden nach neuesten Erkenntnissen der Ermittler Rubel-Schwarzgeld in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Dollar gewaschen haben, wie eine mit der Sache vertraute Person sagte. Bislang war von sechs Milliarden Dollar die Rede gewesen, allerdings wurden nun bei internen Untersuchungen weitere verdächtige Transaktionen aufgedeckt.

Diese Ergebnisse habe die Bank in den vergangenen Wochen an internationale Behörden weitergeleitet, die sich den Fall ebenfalls anschauen. Dazu gehört unter anderem das US-Justizministerium. Die Deutsche Bank wollte sich en detail nicht zu den neuen Entwicklungen äußern, sondern verwies auf ihre bisherige Stellungnahme, wonach Aktienhandelsgeschäfte in Moskau und London untersucht würden, deren Gesamtvolumen "erheblich" sei.

"Die Untersuchungen der Deutschen Bank bezüglich eventueller Rechtsverletzungen, Verordnungen und Richtlinien sowie des internen Kontrollsystems sind noch nicht abgeschlossen. Zum aktuellen Zeitpunkt wurden bestimmte Verstöße gegen Bankverordnungen und Mängel im Kontrollumfeld der Deutsche Bank festgestellt." Gegen einzelne Personen seien disziplinarische Maßnahmen eingeleitet worden.

Cryan: Wir sind hier verwundbar

Die Russland-Affäre könnte die Deutsche Bank viel Geld kosten, insbesondere weil die US-Behörden ermitteln. Das tun sie immer dann, wenn der Dollar involviert ist. Inzwischen geht es aber auch um die Frage, ob Sanktionsverstöße vorliegen, weil eventuell Geschäfte mit Vertrauten von Russlands Präsident Wladimir Putin gemacht wurden. Der neue Deutsche-Bank-Chef John Cryan, der die unzähligen Skandale des Hauses endlich abhaken will, hatte Ende Oktober gesagt, die Bank habe zwar Rückstellungen für die Affäre gebildet. Sie könnten aber möglicherweise nicht ausreichen, das Institut sei hier "verwundbar".

In Finanzkreisen heißt es, bei der Aufarbeitung der milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten zähle Russland aktuell neben US-Hypothekenklagen und Vorwürfen der Günstlingswirtschaft in Asien zu jenen drei Fällen, die der Bank am meisten unter den Nägeln brennen. Große Teile des Russland-Geschäfts, insbesondere im Investmentbanking, gibt die Deutsche Bank als Konsequenz aus den Unregelmäßigkeiten auf.

Quelle: n-tv.de

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