Wirtschaft
Der russische Rubel wertet zu Dollar und Euro kräftig ab.
Der russische Rubel wertet zu Dollar und Euro kräftig ab.(Foto: imago/ITAR-TASS)

Währung fällt auf Rekordtief: Russlands Rubel im Abwärtssog

Die rasante Talfahrt scheint kein Ende zu finden, die russische Währung verliert weiter an Wert. Zum Dollar hat der Rubel seit Anfang des Jahres bereits fast ein Drittel eingebüßt.

Der Absturz des Rubels setzt sich unvermindert fort. Am Vormittag gab der russische Rubel vor dem Hintergrund fallender Ölpreise, Kapitalflucht und westlicher Sanktionen den dritten Tag in Folge nach und fiel auf ein neues Rekordtief von 48,14 je Dollar. Damit hat er seit Jahresbeginn fast ein Drittel an Wert verloren. Innerhalb einer Woche habe er zum Dollar nun mehr als zehn Prozent eingebüßt, so die ING.

Der ungebremste Fall seit einem Monat sorge am Markt für Panik, so die Experten der Bank VTB24, in der das Privatkundengeschäft des größten russischen Geldinstituts VTB gebündelt ist. "Ein weiterer Verfall bedroht die Stabilität des Finanzsystems", warnten sie.

Am vergangenen Mittwoch hatte die russische Zentralbank angekündigt, die täglichen Stützungskäufe auf 350 Millionen Dollar zu begrenzen. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was sie in den vergangenen Wochen aufgewendet hat, um die Abwärtsbewegung des Rubels zu bremsen.

Die ständigen Interventionen seien zuletzt nur noch eine Verschwendung von Devisenreserven gewesen und stützten den Rubel kaum, sagte Analyst Simon Quijano-Evans von der Commerzbank. Alleine im Oktober hatte die russische Zentralbank dafür 30 Milliarden Dollar in die Hand genommen. An einzelnen Tagen waren es bis zu zwei Milliarden Dollar.

Hohe Inflation, niedriges Wachstum

Die Rubelschwäche könnte für Russland zu einem großen Problem werden, da sie den inflationären Druck erhöht. Denn Importe werden damit teurer. Auch der vom Kreml verhängte Einfuhrstopp von Lebensmitteln aus den USA und der Europäischen Union trägt zu steigenden Preisen bei. Milchprodukte kosteten der russischen Statistikbehörde zufolge im September etwa 16 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Preise für Fleisch und Geflügel lagen um knapp 17 Prozent höher.

Die Inflation in Russland lag im Oktober auf Jahressicht bei 8 Prozent und damit doppelt so hoch wie von der Zentralbank angestrebt. Sie sah sich deshalb gezwungen, die Leitzinsen auf mittlerweile 9 Prozent anzuheben. Das allerdings ist schlecht für die russische Konjunktur, die am Rande einer Rezession steht. Denn höhere Zinsen verteuern Kredite. Die Zentralbank geht davon aus, dass Russlands Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr nahezu stagniert.

Quelle: n-tv.de

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