Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Keine Ansteckungsgefahr: S&P hält Grexit-Folgen für moderat

Was wäre, wenn Griechenland die Eurozone doch noch verließe? Die Experten der Ratingagentur S&P haben das Szenario durchgespielt. Demnach sollte Athen nicht auf den Grexit als Drohkulisse setzen.

Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone birgt keine direkte Ansteckungsgefahr für andere Eurostaaten. Zu dieser Einschätzung kommt die Ratingagentur Standard & Poor's, die als Grund unter anderem die robustere Rettungsarchitektur der Eurozone anführt. Ein sogenannter Grexit zum jetzigen Zeitpunkt wäre für die anderen Mitglieder der Eurozone finanziell weniger riskant als noch 2012.

"Alles in allem sind wir der Meinung, dass ein Grexit keine direkte Ansteckungsgefahr in dem Maße birgt, die andere Staaten aus der Eurozone treiben würde", sagte S&P-Kreditanalyst Moritz Krämer. Inzwischen sei der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM eingeführt worden, der die Staaten der Eurozone nach einem hypothetischen Austritt Griechenlands finanziell unterstützen könne. Darüber hinaus seien die Verflechtungen Griechenlands mit den Finanzmärkten so weit zurückgefahren worden, dass eine Ansteckungsgefahr unwahrscheinlich sei.

Keine Folgen für Ratings

Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone ginge mit ziemlicher Sicherheit Hand in Hand mit einem Zahlungsausfall des Schuldners Griechenland in Bezug auf seine Verbindlichkeiten sowohl gegenüber seinen öffentlichen als auch seinen privaten Gläubigern, heißt es weiter. "Standard & Poor's ist der Meinung, dass die finanzielle Belastung eines Grexit auf die verbleibenden Mitgliedsstaaten der Eurozone moderat wäre und mit der Zeit absorbiert würde", sagte Krämer weiter. Damit dürfte ein Grexit keine signifikante Auswirkungen auf die Ratings dieser Staaten haben.

Griechenland und seine Gläubiger streiten derzeit um eine Verlängerung des Kreditprogramms für Athen. Das gegenwärtige Programm über 240 Milliarden Euro endet am 28. Februar. Danach dürfte es für Griechenland schwer werden, sich über einen längeren Zeitraum finanziell über Wasser zu halten.

Athen hat zwar den dringend notwendigen Antrag auf eine Verlängerung der Finanzhilfen mittlerweile gestellt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat diesen allerdings prompt als unzureichend zurückgewiesen.

Quelle: n-tv.de

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