Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Bilanzskandal in China: Schweres Jahr bei Caterpillar

Ein Katastrophenjahr liegt hinter Caterpillar, ein weiteres könnte folgen: In China verhageln die Nachwirkungen eines Zukaufs die Jahresbilanz 2012 kräftig. Gleichzeitig schlägt die Konjunkturkrise durch. Und das dürfte sich auch im laufenden Jahr nicht ändern. Die Vorsicht regiert beim weltgrößten Baumaschinenhersteller.

Dem weltgrößten Baumaschinen-Hersteller Caterpillar setzt ein Bilanzskandal in China zu. Der Überschuss brach im 4. Quartal 2012 um 55 Prozent auf 697 Mio. Dollar ein, wie der US-Konzern mitteilte. Die erst im vorigen Sommer übernommene Firma Siwei hatte ihre Lagerbestände falsch angegeben. Dadurch wurde eine Abschreibung von 580 Mio. Dollar fällig. Zugleich ging der Caterpillar-Umsatz im Zuge der globalen Konjunkturflaute um sieben Prozent auf 16,1 Mrd. Dollar zurück.

Investoren fokussierten sich aber auf die positiven Aspekte. So stiegen die Aktien des Unternehmens an der Wall Street um gut 1 Prozent. "Wir sind ermutigt von den jüngsten Verbesserungen bei den Konjunkturindikatoren, bleiben aber vorsichtig", sagte Caterpillar-Chef Doug Oberhelman. Vor allem in den USA und China hatte es zuletzt Signale für ein stärkeres Wachstum gegeben. Damit kann sich das Unternehmen Hoffnung machen, bald wieder mehr Traktoren und Bulldozer zu verkaufen. Zuletzt hatten die Kunden ihre Maschinen länger genutzt und waren erst später als sonst bereit, in neue Geräte zu investieren. Mit einer Trendwende rechnet der Konzern kurzfristig aber noch nicht.

Schwieriges Jahr

Caterpillar hatte vergangenes Jahr für gut 653 Mio. Dollar den chinesischen Bergbauausrüster ERA Mining Machinery mit der nun von dem Bilanzskandal betroffenen Tochter Siwei geschluckt. Nach der Übernahme kam heraus, dass die tatsächlichen Vorräte nicht mit den Werten in der Bilanz übereinstimmten. Die Wertkorrektur war die Folge. 2013 soll der Fall aber nicht mehr auf den Gewinn drücken.

Trotzdem dürfte das gerade begonnene Jahr schwierig werden. Das Unternehmen rechnet nur mit einem Gewinn je Aktie von 7 bis 9 Dollar, während Analysten zuletzt von 9,12 Dollar ausgegangen waren. Im Schlussquartal 2012 konnte der Wert der Bestände in den Lagerhäusern im Vergleich mit dem 3. Quartal um 2 Mrd. Dollar reduziert werden. Im Jahresvergleich liegt das Niveau aber noch immer um 1 Mrd. Dollar höher.

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Quelle: n-tv.de

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