Wirtschaft

Rangehen an Wechselkurse: Singapur steigt in Währungskrieg ein

Singapur macht im internationalen Wettbewerb die starke eigene Währung zu schaffen. Die Zentralbank des asiatischen Stadtstaates will die Wechselkurse beeinflussen. Auch andere Länder wollen ihre Geldpolitik lockern.

Im Singapurer Stadtteil Chinatown.
Im Singapurer Stadtteil Chinatown.(Foto: imago/Xinhua)

Der weltweite Wettlauf um die Abwertung der eigenen Währung hat einen neuen Teilnehmer: Singapur. Der asiatische Stadtstaat will den Kursanstieg seines Singapur-Dollar gegen eine ganze Reihe ausländischer Zahlungsmittel bremsen, um so die Inflation anzuheizen. Die Notenbank setzt dazu nicht wie anderswo auf einen Leitzins nahe oder sogar unter null, sondern auf Beeinflussung der Wechselkurse, wie die Zentralbank des Inselstaats überraschend ankündigte.

Der Singapur-Dollar reagierte mit scharfen Kursverlusten auf den Schritt. Die Währung gab um 1,4 Prozent auf 1,3570 Singapur-Dollar je US-Dollar nach. Das ist der tiefste Stand seit vier Jahren.

Singapur hat seit einigen Monaten mit fallenden Verbraucherpreisen zu tun. Der Hauptgrund dafür ist laut der dortigen Zentralbank zwar nur der weltweit fallende Ölpreis. Die Behörde hat aber Sorge, dass die Verbraucher weiter fallende Preise erwarten und sich deshalb mit Einkäufen zurückhalten. Dies könnte eine Deflationsspirale auslösen. Mit der Schwächung der eigenen Währung sollen Importe nach Singapur nun teurer werden und so die Preise anheizen.

Ziehen andere Länder nach?

Volkswirte rechnen auch in anderen Ländern Asiens mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik. Viele der Volkswirtschaften dort sind stark vom Export abhängig. Die Gefahr besteht, dass sich der Wettlauf der Notenbanken um die Abwertung der Heimatwährungen als Mittel zur Unterstützung der heimischen Unternehmen beschleunigt.

So hat sich Südkorea schon mehrfach besorgt über die Abwertung des japanischen Yen gezeigt. Südkorea und Japan stehen mit Elektronik und Autos auf denselben Märkten im Wettbewerb gegeneinander.

Quelle: n-tv.de

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