Wirtschaft
Eric Schneiderman referiert zu den Barclays-Machenschaften.
Eric Schneiderman referiert zu den Barclays-Machenschaften.(Foto: AP)

Irreführung von Kunden: Staatsanwalt hat Barclays im Visier

Die britische Großbank Barclays sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, Kunden beim Aktienhandel hinters Licht geführt zu haben. Der New Yorker Generalstaatsanwalt kündigt eine Klage an. Eric Schneiderman spricht von "systematischem Betrug und Täuschung".

Die britische Großbank Barclays ist erneut ins Visier der US-Behörden geraten. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York, Eric Schneiderman, wirft dem Institut vor, Kunden über die Sicherheit im hauseigenen Handelsplatz in den USA getäuscht zu haben und reichte eine Betrugsklage ein.

Um den außerbörslichen Handel in ihrem sogenannten Dark Pool anzukurbeln, habe die Bank Hochfrequenzhändler angelockt und ihnen systematisch Vorteile gegenüber anderen Investoren eingeräumt, so Schneiderman. Zugleich habe sie ihre Kunden nicht ausreichend darüber informiert, inwieweit Hochfrequenzhändler auf der alternativen Handelsplattform tätig sind, die mit ihrer Geschwindigkeit andere Anleger ausstechen wollen.

Voll von Raubfischen

Barclays habe seinen Dark Pool ausgeweitet, in dem die Bank ihren Kunden versichert habe, sie seien in sicheren Gewässern, erklärte Schneiderman. Der Dark Poll sei aber voll von Raubfischen gewesen und diese seien dorthin auf Einladung von Barclays gekommen. Barclays erklärte, die Bank nehme die Vorwürfe sehr ernst und kooperiere in dem Fall mit den Behörden. Die Integrität von Märkten gehöre zu den obersten Prioritäten des Instituts. 2012 hatte die Bank eine Zahlung von 450 Millionen Dollar im branchenweiten Skandal um die Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor aufgebrummt bekommen.

In sogenannten Dark Pools sind Transparenz und Gebühren meist deutlich geringer. Käufer und Verkäufer müssen ihre Orders nicht publik machen, bevor sie sich auf ein Geschäft verständigt und es abgeschlossen haben. Genutzt werden Dark Pools besonders von institutionellen Investoren, die unbemerkt vom Rest der Welt große Aktienpakete kaufen oder verkaufen. Sie meiden traditionelle Börsen, weil sich dort mangels Liquidität oft nicht alle Aktien auf einen Schlag handeln lassen und andere Anleger ihre Orders sehen und sich dann positionieren können.

Schneiderman untersucht bereits seit etwa einem Jahr die Handelspraktiken an der Wall Street. Er hat sich unter anderem gegen die Praxis ausgesprochen, dass Börsenbetreiber den Computern von Hochfrequenzhändlern Platz direkt in ihren Rechenzentren einräumen, damit sie Daten schneller abgreifen können. Der Hochfrequenzhandel steht schon seit Jahren in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, Kursschwankungen zu beschleunigen und Marktmanipulationen zu erleichtern.

Quelle: n-tv.de

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