Wirtschaft
Kein kühles Pflaster: Kann sich Rocket Internet im freien Börsenumfeld behaupten?
Kein kühles Pflaster: Kann sich Rocket Internet im freien Börsenumfeld behaupten?(Foto: REUTERS)

Alibaba löst IPO-Fieber aus: Startet Rocket schon im Oktober?

Der Zeitpunkt scheint günstig: Nach der furiosen Parkettpremiere von Alibaba in New Yorker Nyse drücken weitere Kandidaten auf die Tube. Angeblich will sich Rocket Internet früher aus der Deckung wagen als geplant. Folgt die Aktie kurz auf Zalando?

Der Börsengang der Startup-Schmiede Rocket Internet soll bereits am 8. oder 9. Oktober stattfinden. Bislang hatte es stets nur geheißen, die Erstnotiz sei "noch in diesem Jahr" geplant, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf angeblich vorliegende Insider-Informationen. Erste Gerüchte über einen beschleunigten Börsengang waren allerdings bereits Anfang September aufgetaucht.

Für Mitte kommender Woche sei die Veröffentlichung des Emissionsprospekts geplant, heißt es in dem Bericht. Unmittelbar danach solle eine zweiwöchige "Roadshow" beginnen, bei der die Geschäftsführung zusammen mit den begleitenden Banken potenzielle Großinvestoren das Unternehmen und seine Perspektiven unterrichtet. Eine Stellungnahme von Rocket Internet lag zunächst nicht vor.

5 Milliarden Euro Börsenwert

Unterstützt werde Rocket Internet durch die Banken Morgan Stanley, Berenberg und JP Morgan, heißt es.
Das Unternehmen strebe eine relativ enge Spanne für den Ausgabekurs an. Als ein möglicher Bewertungsmaßstab gelte der Preis, den jüngst der Konzern United Internet für einen 10,7-Prozent-Anteil bezahlt habe. Daraus lässt sich rein rechnerisch ein Gesamtwert von rund 5 Milliarden Euro ableiten.

Rocket Internet will dem Bericht zufolge im Zuge des Börsengangs mindestens 750 Millionen Euro einnehmen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, die angestrebte Zielmarke noch zu erhöhen. An Ehrgeiz fehlt es den Gründern Oliver, Alexander und Marc Samwer nicht. Ihr erklärtes Ziel ist, Rocket zur größten Internet-Plattform außerhalb der USA und Chinas zu machen.

Lieblingsvergleich: Alibaba

Schon jetzt hat Rocket Internet rund 70 Unternehmen in 104 Ländern mit 20.000 Angestellten in den Geschäftsfeldern E-Commerce, Finanztechnologie und Online-Marktplätze. Rocket-Chef Oliver Samwer zieht gerne Parallelen zum chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba, der am vergangenen Freitag ein fulminantes Börsendebut an der New Yorker Börse hingelegt hat.

Samwer verweist auf den aggressiven Aufstieg beider Unternehmen, der sie zu Marktführern in ihren Geschäftsfeldern gemacht hat; und auf das Ziel, das beiden Firmen gemein ist: das Internet zu beherrschen.

Der Börsengang von Rocket Internet könnte dem deutschen Aktienmarkt ein weiteres Großereignis unmittelbar nach dem entsprechenden Plänen bei Zalando bescheren. Der Online-Modehändler ist ein früher Ableger aus dem Startup-Portfolio der Samwer-Brüder. Zalando will bei dem für Oktober geplanten Börsengang bis zu 633 Millionen Euro einnehmen. Das Unternehmen wird insgesamt ebenfalls auf einen Börsenwert von rund 5 Milliarden Euro geschätzt.

Die Preisspanne für die Aktien wurde auf 18 Euro bis 22,50 Euro festgelegt. Die Zeichnungsfrist hat bereits begonnen. Im Windschatten des Alibaba-Börsengang wurden auch die Zalando-Aktien von der Börsen-Euphorie erfasst: Die Titel, die seit Donnerstag für 18,00 bis 22,50 Euro gezeichnet werden können, wurden im Graumarkt zeitweise für bis zu 26,75 Euro gehandelt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen