Wirtschaft

Saudi-Arabien will Leopard-Panzer : Streit in Waffenschmiede

Ein möglicher Verkauf von Leopard-Panzern an Saudi-Arabien sorgt bei den Eigentümern von Krauss-Maffei Wegmann für Konflikte. Einer von ihnen bringt nun eine Fusion mit dem Konkurrenten Rheinmetall ins Gespräch - und verärgert damit wohl nicht nur den Aufsichtsratschef.

Ein Panzer vom Typ "Leopard 2"
Ein Panzer vom Typ "Leopard 2"(Foto: REUTERS)

Ein Haupteigner möchte Deutschlands größten Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) in eine Aktiengesellschaft umwandeln und mit dem Konkurrenten Rheinmetall zusammenschließen. "Es wäre sinnvoll, wir würden den Weg mit Rheinmetall in eine gemeinsame AG gehen", sagte Burkhart Braunbehrens der "Financial Times Deutschland", dessen Familie knapp die Hälfte des KMW-Kapitals hält. Er selbst besitzt allerdings nur einen kleinen Anteil.

KMW hatte in der Vergangenheit ein Zusammengehen mit Rheinmetall abgelehnt. Der "FTD" zufolge sind die Äußerungen deshalb eine Provokation für die Erben rund um den Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Bode, der den Konzern lange geführt hatte.

Braunbehrens will zugleich eine Öffnung auf Eigentümerseite. Eine Beteiligung an einem Rüstungsunternehmen solle auch die Möglichkeit bieten, es verlassen zu können. Derzeit sei das in der Familiengesellschaft nicht möglich. "Rüstung ist nicht jedermanns Sache", sagte er.

Umstrittener Panzerdeal

Behrens hatte bereits in der vergangenen Woche für Gesprächsstoff gesorgt, als er einen möglichen Verkauf von Leopard-2-Kampfpanzern nach Saudi-Arabien kritisierte. Spanien wolle Leopard-Panzer mit KMW-Lizenz bauen und nach Saudi-Arabien liefern, hatte Behrens dem "Stern" gesagt. Deshalb habe Kraus-Maffei-Wegmann beim Bundessicherheitsrat eine Voranfrage zur Genehmigung gestellt. Das Gremium tagt unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel stets geheim. Die Bundesregierung lehnt jede Auskunft dazu ab.

Zwar werde Saudi-Arabien als Bollwerk gegen den Iran gesehen, und Israel habe seinen Einspruch gegen das Geschäft zurückgenommen, sagte Behrens. Aber während der arabischen Revolution Panzer in das Königreich zu liefern, "wäre Wahnsinn." Daraufhin sei er aus dem Aufsichtsrat und dem Gesellschafterausschuss geflogen, hieß es in der "FTD" weiter.

Bilderserie

Zeitungsberichten zufolge will Saudi-Arabien ordern. Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien sind wegen der Menschenrechtslage umstritten. Außerdem war Saudi-Arabien auch an der Niederschlagung von Protesten im Nachbarland Bahrain beteiligt. "Der Auftrag zeigt, dass wir uns mit den Strukturen und Entscheidungswegen der Rüstungsindustrie beschäftigen müssen und europäische Gremien brauchen", sagte Braunbehrens.

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Quelle: n-tv.de

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