Wirtschaft
Die Tesla-Erfolgsgeschichte bekommt einen empfindlichen Kratzer.
Die Tesla-Erfolgsgeschichte bekommt einen empfindlichen Kratzer.

Brennendes Auto erschreckt Anleger: Tesla-Aktie bricht ein

Der Elektroauto-Hersteller Tesla ist eine Erfolgsgeschichte. Sein Model S verkauft sich trotz eines happigen Preises ausgezeichnet. Doch einer der Wagen fängt Feuer, die Aktie bricht ein. Erlebt Tesla das gleiche Debakel wie Boeing mit dem "Dreamliner"?

Der erfolgsverwöhnte Elektroauto-Hersteller Tesla muss einen empfindlichen Dämpfer einstecken. Ein Feuer in einer mindestens 70.000 Dollar teuren Sportlimousine hat das Vertrauen der Anleger in die neue Technik erschüttert. Die Aktien des kalifornischen Unternehmens fielen am Mittwoch und Donnerstag um insgesamt 10 Prozent. Erst am Freitag konnte die Talfahrt gestoppt werden, es ging wieder leicht aufwärts.

"Teslas Alptraum" tauften US-Journalisten den Vorfall, der sich bereits zu Wochenbeginn in der Nähe von Seattle ereignet hatte. Bekannt wurde er durch ein Amateurvideo: In dem auf Youtube veröffentlichten Filmschnipsel von einer halben Minute Länge ist zu sehen, wie Flammen meterhoch aus dem Vorderwagen eines Tesla Model S schlagen. Ein Feuerwehrmann versucht, das Auto zu löschen - zunächst erfolglos.

"Oh Mist, Mann, das ist ein brandneues Auto!", hört man den Amateurfilmer sagen. Er hält die Kamera aus dem Seitenfenster seines Wagens und fährt langsam an der Brandstelle vorbei. "Wow, ich kann die Hitze hier spüren", sagt er, um dann erstaunt festzustellen: "Das ist ein Tesla!"

Nach Angaben von Tesla war die Elektrolimousine mit einem metallischen Gegenstand auf der Straße kollidiert, was "merkliche Schäden am Wagen anrichtete". Der Fahrer habe angehalten und sei ausgestiegen. "Niemand ist verletzt worden", hieß es.

Die scharfe Börsenreaktion ist vor dem Hintergrund der Technik des Tesla Model S zu sehen. Das Auto fährt ausschließlich elektrisch und braucht dafür Batterien. Und hier sind die Anleger seit dem Debakel um Boeings Vorzeige-Jet "Dreamliner" sehr empfindlich: Zu Jahresbeginn hatten zwei Batteriebrände zu einem Flugverbot geführt, bis Boeing die Konstruktion änderte.

Das Model S hatte bei Crashtests besonders gut abgeschnitten, was der Hersteller auch stets hervorhob. Das trug mit zum Verkaufserfolg bei: Im Gesamtjahr will Tesla 21.000 Stück absetzen. Damit gehört das Model S trotz des Preises einer Mercedes S-Klasse zu den bestverkauften Elektroautos überhaupt. Gerade erst hat der Verkauf in Europa begonnen.

Nicht gefährlicher als normale Autos

Der jetzige Vorfall eigne sich nicht dazu, nun von einer generellen Brandgefahr bei Elektroautos zu sprechen, meinen Autoexperten. Auch herkömmliche Autos würden dann und wann Feuer fangen. Dass Batterien feuergefährlich sind, hatte General Motors schon vor zwei Jahren zu spüren bekommen. Bei einem Crashtest des eigenen Elektroautos Chevrolet Volt war das Kühlsystem beschädigt worden, der Akku überhitzte sich und fing letztlich Feuer. General Motors verstärkte die Karosserie rund um die Batterie und verbesserte das Kühlsystem. Der Chevrolet Volt wird hierzulande auch als Opel Ampera angeboten.

Möglicherweise werden Anleger den Vorfall auch für eine kräftige Kurskorrektur nutzen. Der Titel hat sich seit Jahresbeginn im Wert verfünffacht, zuletzt warnte bereits Tesla-Chef Elon Musk durch die Blume vor der hohen Bewertung. Tesla gilt als eines der technologisch führenden Unternehmen bei Elektroautos. Toyota und Daimler beziehen Komponenten und Entwicklungsleistungen von den Kaliforniern und sind an dem börsennotierten Unternehmen beteiligt.

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Quelle: n-tv.de

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