Wirtschaft
Über Twitter sollen künftig auch Einkäufe möglich sein.
Über Twitter sollen künftig auch Einkäufe möglich sein.(Foto: picture alliance / dpa)

Experiment mit E-Handel: Twitter startet den "Kauf-Button"

Zunächst ist es nur ein Test: Twitter will mit einem "Kauf-Button" in den Internethandel einsteigen. Für das Projekt hat der Kurznachrichtendienst bereits Bündnisse mit diversen Unternehmen geschlossen. Twitter folgt damit einem Trend sozialer Netzwerke.

Bei Twitter soll der Rubel künftig auch mit E-Commerce rollen. Der Konzern will seine Nutzer dazu passgenau vom Tweet zum Einkauf bringen. Das Unternehmen präsentierte zu diesem Zweck seine ersten E-Commerce-Angebote.

Noch hat das Projekt ausschließlich Testcharakter. Ausgewählte Nutzer sollen aber erstmals in die Lage versetzt werden, sich auf Twitter mit Produkten der realen Welt einzudecken. Später soll das Vorhaben ausgebaut werden, um auch den mobilen Einkauf zu vereinfachen. Ein kleiner Prozentsatz von US-Nutzern wird einen "Kauf-Button" auf den Tweets von Twitter-Testpartnern angezeigt bekommen. Mit der Zeit soll sich die Zahl der Testnutzer vergrößern.

Nach eigenen Angaben hat sich Twitter für den Erstversuch mit der Shopping-Plattform Fancy, dem Musikanbieter Musictoday sowie mit Gumroad und Stripe zusammengeschlossen. Weitere Partner sollen bald folgen. Stripe hilft Unternehmen dabei, Online-Zahlungen - auch per mobiler App - zu ermöglichen, während Gumroad Künstler und andere dabei unterstützt, ihre Produkte online zu vertreiben.

Einkauf via Twitter soll Spaß machen

Die testweise angebotenen Produkte und Dienste stammen von bekannten Marken, Künstlern und gemeinnützigen Organisationen. Dazu zählen die Luxuskette Burberry, der Country-Sänger Brad Paisley, die Pop-Sängerin Demi Lovata, die Baumarktkette Home Depot und die karitative Donors Choose. "Dies ist ein erster Schritt, um in unseren Dienst eine Funktionalität einzubauen, mit der Einkäufe über mobile Geräte bequem und einfach werden und hoffentlich sogar Spaß machen", warb Twitter für das eigene Angebot.

Nachdem Nutzer den "Kauf-Button" angeklickt haben, erhalten sie zusätzliche Produktdetails und können später noch Liefer- sowie Zahlungsinformationen angezeigt bekommen. Schließlich wird die Bestellung zum Versand an den Händler geschickt. Die Zahlungs- und Lieferinformationen der Nutzer werden nach der ersten Transaktion verschlüsselt und abgespeichert. Dadurch können künftige Kaufgeschäfte getätigt werden, ohne dass der Nutzer nochmals all seine Informationen eintippen muss.

Einjährige Vorbereitungsphase

Twitter hat sich rund ein Jahr auf das Projekt vorbereitet. Extra zu diesem Zweck engagierte der Kurznachrichtendienst den früheren CEO von Ticketmaster, Nathan Hubbard. Bei anderer Gelegenheit machte Twitter gemeinsame Sache mit Starbucks und American Express. Dieses Jahr gab es ein Bündnis mit dem E-Commerce-Vorreiter Amazon.

Im Juli hatte Twitter angekündigt, Card Spring zu übernehmen. Das Start-up aus San Francisco bietet eine Zahlungsinfrastruktur, mit der sich Händler und Zahlungsabwickler verknüpfen lassen können. Card Spring ermöglicht es Nutzern, ihre Kreditkarteninformationen an Händler für Rabattaktionen, Treueprogramme und Coupons weiterzugeben.

Twitters Schachzug folgt zu einer Zeit, in der andere soziale Netzwerke ebenfalls mit E-Commerce herumexperimentieren. Facebook kündigte im Juli an, eine Funktion zu testen, mit der Anzeigenkunden ihre Produkte direkt über Werbung auf den Seiten des sozialen Netzwerks an den Mann oder die Frau bringen können.

Quelle: n-tv.de

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