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Deutsche Autos verpassen Boom: US-Autobauer feiern "bestes Jahr aller Zeiten"

Billiger Sprit und günstige Kreditzinsen heizen den Autoverkauf in den USA kräftig an. Deutsche Modelle sind aber kaum gefragt. Noch schlimmer als den krisengeschüttelten VW-Konzern erwischte es einen anderen deutschen Hersteller. 

Der US-Automarkt brummt wie selten zuvor. Angeführt von den großen drei US-amerikanischen Herstellern steuern die Verkaufszahlen 2015 auf den höchsten Wert aller Zeiten zu und könnten den Rekord aus dem Jahr 2000 übertreffen. Den letzten Schliff eines glänzendes Jahres liefert dabei ein starker Dezember. Bei den deutschen Herstellern zeigt sich zum Jahresende allerdings ein gemischtes Bild: Während Audi und Mercedes zulegten, mussten Volkswagen und BMW Federn lassen.

Gefragt waren bei den US-Kunden angesichts der günstigen Benzinpreise, der niedrigen Zinsen und der insgesamt robusten Wirtschaft vor allem größere und teurere Fahrzeuge wie SUVs und Pickups.

Davon profitierten in erster Linie die heimischen Hersteller. Fiat Chrysler baute seine Strähne auf 69 Monate steigender Absätze in Folge mit einem Plus von 12,6 Prozent im Dezember auf 217.517 Fahrzeuge aus. Großen Anteil daran hatte die Marke Jeep, die 42 Prozent zulegte und einen Verkaufsrekord erzielte.

Konkurrent Ford hatte unter anderem dem Pickup-Truck der F-Serie den besten Dezember aller Zeiten zu verdanken. Der konzernweite Absatz kletterte um 8,3 Prozent auf 237.606 Stück. Nicht ganz so deutlich fiel das Wachstum bei Marktführer General Motors aus. Der Konzern steigerte den Absatz um 5,7 Prozent auf 290.230 Einheiten.

Lichtblicke bei VW trotz Krise

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GM geht davon aus, dass 2015 in den USA insgesamt 17,5 Millionen Fahrzeuge verkauft worden sind, womit die Bestmarke von 17,4 Millionen aus dem Jahr 2000 übertroffen wäre. "Es ist wahrlich bemerkenswert, dass die Autoindustrie nur sechs Jahre nach dem Höhepunkt der Krise ihr bestes Jahr aller Zeiten abschließt", sagte Analystin Jessica Caldwell von Edmunds.com zu den bisher veröffentlichten Zahlen.

Die ausländischen Hersteller profitierten zwar überwiegend vom Aufschwung des US-Automarktes. Unter den deutschen Autobauern mussten jedoch die skandalerschütterte Volkswagen-Kernmarke und der Münchener Premiumhersteller BMW herbe Einbußen hinnehmen.

Der Absatz der VW-Kernmarke sank allerdings weniger stark als im Monat zuvor, um 9,1 Prozent auf knapp 31.000 Fahrzeuge. Im November hatte der Autobauer 24,7 Prozent weniger Fahrzeuge als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum verkauft, nämlich lediglich 23.882 Stück. Der November gehört wegen der geringeren Anzahl der Verkaufstage traditionell zu den schwächeren Monaten. Auch für das Gesamtjahr liefert Volkswagen of America eine negative Bilanz. Der Absatz ging um 4,8 Prozent auf 349.440 Fahrzeuge zurück.

In der Krise gab es für den Wolfsburger Konzern aber auch Lichtblicke im USA-Geschäft. So konnte VW die Verkäufe von nicht betroffenen Modellen der Golf-Familie sowie beim Sportgeländewagen Tiguan deutlich steigern. Die Konzerntochter Audi meldete für 2015 ein Plus von elf Prozent bei den Neuwagenverkäufen in den USA. Audi habe im vergangenen Jahr 202.202 Autos abgesetzt und damit erstmals die Marke von 200.000 Verkäufen geknackt. Im Dezember seien die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um sechs Prozent auf 20.399 Fahrzeuge gestiegen. 

Quelle: n-tv.de

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