Donnerstag, 03. September 2009
Ärger für Ratingagenturen: US-Gericht akzeptiert Klage
Die US-Bank Morgan Stanley sowie die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's müssen sich wegen der positiven Bewertung von tückischen Anlageprodukten in einer Sammelklage vor Gericht verantworten.
Fest steht immerhin, dass die Krise ohne die Notenstempel der Agenturen so nicht stattgefunden hätte.:
(Foto: REUTERS)
Bezirksrichterin Shira Scheindlin wies die Argumentation der Finanz- und Ratinginstitute zurückgewiesen, wonach das US-Verfassungsrecht auf freie Meinungsäußerung die Investitionsempfehlungen schütze.
Mehrere Ankläger werfen dem Bericht nach den US-Unternehmen vor, Risiken bei einem Hypotheken-Investment verschleiert zu haben. Das Urteil könnte auch für andere Fälle Signalwirkung haben, in denen Anleger Empfehlungen von Experten der Finanzinstitute gefolgt waren und dabei erhebliche Summen verloren.
Es sei das erste Urteil, das einen Betrugsvorwurf gegen Finanzmakler und Ratingagenturen zulasse, bei denen es um die Methoden und Instrumente gehe, "die den Kern der Finanzkrise berühren", sagte Fach-Rechtsanwalt Patrick Daniels aus San Diego im US-BUndesstaat Kalifornien.
Bestnote AAA vor Gericht
Die Rolle der Ratingagenturen gilt im Zusammenspiel mit dem US-Investmentbanking als eine der Hauptfaktoren für das entstehen der gewaltigen Kreditblase am US-Immobilienmarkt. Die Banken hatten gestützt auf die Urteile der Rating-Analysten Hypothekenkredite gebündelt und in alle Welt weiterverkauft.
Mit dem landesweiten Einbruch der Immobilienpreise in den USA wurde den gebündelten und mehrfach weiter gereichten Kreditforderungen ihre wichtigste Grundlage entzogen. Die vielfach vergebenen Bestnoten "AAA" waren damit über Nacht hinfällig.
dpa
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