Wirtschaft
Die US-Notenbank unter Ben Bernanke sieht in den meisten Distrikten moderates Wachstum.
Die US-Notenbank unter Ben Bernanke sieht in den meisten Distrikten moderates Wachstum.(Foto: REUTERS)

Beige Book der Fed: US-Wirtschaft legt kleinen Schlussspurt hin

Die Wirtschaft in den USA hat zum Jahresende 2013 noch einmal Fahrt aufgenommen. In drei von vier untersuchten Regionen legt die Konjunktur zu. Zudem ist der Ausblick positiv. Das rückt einmale mehr die Frage nach der Geldpolitik auf die Agenda.

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Die US-Wirtschaft ist nach Einschätzung der Notenbank Fed auch zum Jahresende leicht gewachsen. Zwischen Ende November und Ende Dezember habe die Wirtschaftsleistung in neun von den insgesamt zwölf Distrikten moderat zugelegt, teilte die Federal Reserve in ihrem Konjunkturbericht, dem Beige Book, mit. Der Ausblick sei in den meisten Regionen positiv. Manche von ihnen erwarteten ein anziehendes Wachstum.

Zwei Drittel der Bezirke hätten einen Anstieg der Beschäftigung gemeldet, hieß es weiter. Die Einschätzung der Notenbanker deckt sich mit den jüngsten Konjunkturdaten. Der Einzelhandel verbucht indessen moderat höhere Umsätze. In der Industrie gibt es demnach ein stetiges Wachstum und eine stabile Beschäftigung. Der Immobilienmarkt verbessert sich weiter.

Problemkind Arbeitsmarkt

Vor geldpolitischen Entscheidungen führen die regionalen Dependancen breit angelegte Umfragen unter den Wirtschaftsakteuren des Landes durch, um ein Bild von der Konjunkturentwicklung zu bekommen. Vor allem Aussagen zum Arbeitsmarkt sind von Interesse, denn die Fed hat ihre Geldpolitik an den Arbeitsmarkt gekoppelt.

Die Fed hat den behutsamen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes eingeleitet und die monatlichen Bondkäufe um 10 Milliarden auf 75 Milliarden Dollar gekappt. Die nächste Gelegenheit zum Eindämmen der Geldflut ergibt sich Ende des Monats, wenn der Fed-Offenmarktausschuss zu seiner Zinssitzung zusammenkommt. Dabei werden die Notenbanker berücksichtigen, dass im Dezember in den USA mit 74.000 Jobs deutlich weniger neue Stellen geschaffen wurden als erwartet. Die Entwicklung wurde zwar auf die Kältewelle zurückgeführt. Dennoch rätseln Experten, ob sich die Notenbank ihre Konjunkturhilfen weiter drosselt.

Zwei der in diesem Jahr stimmberechtigten Geldpolitiker mahnten allerdings einen rascheren Ausstieg aus dem Anleihenaufprogramm an. Das Volumen soll dem scheidenden Notenbankchef Ben Bernanke zufolge schrittweise gedrosselt werden, so dass es gegen Ende des Jahres auslaufen dürfte - dann unter der Ägide von Bernankes Nachfolgerin Janet Yellen. Die Geldspritzen haben zur Gesundung der US-Wirtschaft beigetragen. Kritikern fürchten aber Vermögenspreisblasen und mittelfristig ein Anheizen der Inflation.

New Yorker Konjunkturindex steigt

Für Überraschung hatte am Nachmittag bereits der von der Federal Reserve Bank of New York ermittelte Index für die allgemeine Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe des Distrikts gesorgt. Dieser erhöhte sich auf plus 12,51 Punkte. Das ist der höchste Stand seit mehr als anderthalb Jahren. Volkswirte hatten nur einen Anstieg auf plus 3,00 prognostiziert. Im Vormonat hatte der Index bei plus 2,22 gelegen.

Der Anstieg signalisiert, dass die Geschäftsaktivität des verarbeitenden Gewerbes im Großraum New York im Januar kräftig gestiegen ist. Die Indexkomponente für den Ordereingang stieg im Januar auf plus 10,98 von minus 1,69 im Vormonat. Der Subindex für die Beschäftigung kletterte von Null auf 12,20.

Ökonomen betrachten den Empire State Manufacturing Survey ebenso wie den Indikator der Philadelphia Fed als vergleichsweise verlässlichen Vorläufer für den viel beachteten ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe der USA.

Quelle: n-tv.de

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