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Exportboom statt Konsumlaune: US-Wirtschaft wächst unerwartet stark

Mit dem größten BIP-Plus seit einem Jahr überraschen die USA die Wirtschaffsexperten weltweit. Motor des Aufschwungs sind aber nicht die Verbraucher sondern die starken Ausfuhren. Allerdings stehen die Folgen des "Shutdown" der US-Verwaltung noch aus.

Die größte Volkswirtschaft der Welt hat im dritten Quartal überraschend an Schwung gewonnen. Das US-Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September mit einer Jahresrate von 2,8 Prozent zu, teilte das Handelsministerium mit. Das war das größte Plus seit einem Jahr. Ökonomen hatten lediglich 2,0 Prozent vorausgesagt, nachdem es im zweiten Quartal 2,5 Prozent waren.

Ein Grund für die Belebung waren die Exporte, die schneller wuchsen als die Importe. Auch die Bauausgaben legten spürbar zu. Außerdem füllten die Unternehmen ihre Lager auf, was allein 0,83 Punkte zum Wachstum beisteuerte. Ein noch stärkeres Wachstum verhinderte die Zurückhaltung der Verbraucher. Die privaten Konsumausgaben, die für gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung stehen, wuchsen mit 1,5 Prozent so langsam wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Die Firmen hielten sich zudem mit Investitionen in Anlagen wie Maschinen und Fahrzeuge zurück: Sie schrumpften erstmals seit einem Jahr.

Besser als Deutschland

Experten befürchten am Jahresende eine Konjunkturabkühlung.  Grund ist der Haushaltsstreit, der im Oktober zu einer 16-tägigen Beurlaubung von 800.000 Staatsbediensteten führte, die in dieser Zeit auch zum Teil kein Geld erhielten. Nach Schätzungen der Ratingagentur Standard & Poor's kostete der "government shutdown» die Wirtschaft etwa 24 Milliarden Dollar.

"Es gibt keine Hinweise dafür, dass die Konjunktur an Schwung gewinnt", sagte Ökonom Thomas Costerg von der Standard Chartered Bank in New York. "Wenn zum ohnehin gedämpftem Tempo noch der Gegenwind vom Shutdown hinzukommt, dann wird es für die Wirtschaft erst einmal schwer werden, in die Gänge zu kommen."

Die meisten Experten gehen davon aus, dass die US-Notenbank ihren milliardenschweren Anleihe-Käufe erst im März 2014 zurückfahren wird. "Die Wachstumszahl ist jedenfalls kein Indikator für einen raschen Ausstieg aus der sehr expansiven Geldpolitik", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. "Zumal der Government Shutdown im Schlussquartal Bremsspuren beim Wachstum hinterlassen wird." Für 2013 sagt der Internationale Währungsfonds den USA deshalb nur ein Wachstum von 1,6 Prozent voraus, nach 2,8 Prozent im Vorjahr. 2014 sollen es dann 2,6 Prozent sein.

Die weltgrößte Volkswirtschaft ist im Sommer voraussichtlich deutlich schneller gewachsen als die deutsche: Ökonomen rechnen für Europas Nummer eins mit einer Jahresrate von 1,2 Prozent für das dritte Quartal.

Quelle: n-tv.de

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