Wirtschaft
Die USA lehren den VW-Managern das Fürchten. VW-Chef Müller wollte noch im November in die USA reisen.
Die USA lehren den VW-Managern das Fürchten. VW-Chef Müller wollte noch im November in die USA reisen.(Foto: picture alliance / dpa)

Ausreise verweigert: USA halten VW-Manager fest

Die US-Behörden wollen Verantwortliche bei VW offenbar direkt für den Abgasskandal belangen. Einem Medienbericht zufolge wurde einem VW-Mann, der in den USA arbeitet, der Pass entzogen.

Die US-Behörden kommen im VW-Abgasskandal nicht mit dem Tempo bei den Ermittlungen zurecht. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Konzernkreise schreibt, wurde einem VW-Manager, der in den USA arbeitet, der Pass abgenommen. Womöglich fürchteten die Behörden, dass sich der Manager durch eine Ausreise einer Befragung entziehen könnte, heißt es. Ziel der Behörden scheine es zu sein, Verantwortliche bei VW so schnell wie möglich direkt zu belangen.

Aus Angst vor strafrechtlichen Ermittlungen gegen Einzelpersonen habe VW bei der Kommunikation auch gebremst, zitiert das Blatt aus der Konzernspitze. Die deutschen Manager fürchteten, in den USA festgehalten zu werden, bis der Skandal aufgearbeitet sei.

Tatsächlich haben die Techniker des deutschen Konzerns die Schummeleien über viele Monate geleugnet. Danach flossen die Informationen aus Deutschland den Angaben zufolge nur spärlich. Die Chefin der kalifornischen Umweltbehörde (Carb), Mary Nichols, hatte erst kürzlich scharfe Kritik an der Aufarbeitung der Abgasaffäre durch den Volkswagenkonzern geübt. Der "Wirtschaftswoche" sagte sie, VW habe "das Ausmaß des angerichteten Schadens" noch gar nicht erkannt.

"VW will sich nur mit den Aktionären gutstellen"

Anstatt echte Lösungen für das Emissionsproblem zu präsentieren, gehe es dem Autohersteller mit der Rücklagenbildung und den internen Untersuchungen in erster Linie darum, "sich den Aktionären gegenüber gut darzustellen", sagte die Chefin der Behörde, die die Affäre gemeinsam mit der US-Bundesbehörde EPA aufgedeckt hatte.

Für die Carb sei wichtig, dass VW die Umwelt- und Gesundheitsschäden erkenne. Stickoxide aus Pkw seien in Kalifornien "Hauptursache für Feinstaub- und Ozonbelastung", und jedes zusätzliche Gramm davon vergrößere die Gesundheitsbelastung der Bürger, sagte Nichols der weiter. VW habe dies "in keiner Weise anerkannt".

Die VW-Aktionäre warnte Nichols, dass die Strafe für das Unternehmen sehr hoch ausfallen und durch Verbraucherklagen flankiert werden könnte. Es handele sich um "den größten unmittelbaren Verstoß gegen Gesetze", den sie jemals aufgedeckt habe.

Eigentlich wollte VW-Chef Matthias Müller im Laufe des Monats zu Gesprächen in die USA reisen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Müllers Umfeld jedoch mitteilte, ist das inzwischen unwahrscheinlich geworden. "Wir brauchen hier erst Rechtssicherheit, bevor er in die USA fliegen kann", verlautete dem Blatt zufolge aus der Konzernführung.

Ein VW-Sprecher sagte dazu: "Reisen von Volkswagen-Mitarbeitern in die USA fanden und finden statt. Alles weitere sind Spekulationen."

Quelle: n-tv.de

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