Wirtschaft
"Wir sind zuversichtlich, dass wir eine akzeptable Lösung finden werden": Herbert Diess neben dem BUDD-e (l.) in Las Vegas.
"Wir sind zuversichtlich, dass wir eine akzeptable Lösung finden werden": Herbert Diess neben dem BUDD-e (l.) in Las Vegas.(Foto: REUTERS)

Neuanfang mit dem E-Bulli: VW-Manager wirbt in Las Vegas

Schwieriger Auftritt bei der Elektronikmesse in Las Vegas: Eigentlich ist VW-Markenchef Diess angereist, um den Prototypen des abgasfreien E-Bulli vorzustellen. Stärker interessiert sich das Publikum jedoch für die Perspektiven im Abgasskandal.

Europas größer Automobilkonzern Volkswagen rechnet bei der Aufarbeitung der Abgasaffäre um manipulierte Emissionswerte mit einer baldigen Zustimmung der US-Behörden zur geplanten Umrüstung der betroffenen Diesel-Fahrzeuge.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir eine akzeptable Lösung finden werden", sagte der Chef der Marke Volkswagen, Herbert Diess, bei seinem Auftritt auf der Technologiemesse CES in Las Vegas. Der Autobauer befinde sich in einem "konstruktiven Dialog" mit den US-Behörden, betonte Diess. In der zu Wochenbeginn veröffentlichten Klageschrift der US-Regierung war dagegen von erheblichen Widerständen bei der Aufarbeitung die Rede.

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Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Umweltbehörde EPA zugegeben, Stickstoffwerte mit einer Software geschönt zu haben. Weltweit sind fast elf Millionen Fahrzeuge davon betroffen, in den USA knapp 600.000. Im Raum stehen milliardenschwere Strafzahlungen und erhebliche Kosten für Rückrufe und Nachrüstung der betroffenen Fahrzeuge.

Während in Deutschland die Umrüstung von rund 2,4 Millionen Autos Ende Januar beginnen soll, ziehen sich die Verhandlungen in den USA in die Länge. Vor Weihnachten hatte die kalifornische Umweltbehörde CARB die Frist für die Prüfung der Pläne bis zum 14. Januar verlängert.

Anlass für den VW-Auftritt in Las Vegas war jedoch nicht der Abgasskandal, sondern die Präsentation eines neuen abgasfreien VW-Modells. Die Consumer Electronics Show (CES) dreht sich eigentlich um Neuheiten aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik. Weil sich jedoch Digitaltechnik und Autobau immer weiter annähern, treten in diesem Jahr in Las Vegas bemerkenswert viele Autohersteller auf. VW-Markenchef Diess stellte auf der Messe das Konzept eines elektrisch angetriebenen Kleinbusses vor.

Das "Budd-e" genannte Fahrzeuge könne 2020 Realität werden. Der Nachfolger des legendären Bulli soll mit seinem Elektroantrieb über 500 Kilometer weit fahren können, bevor er wieder an die Steckdose muss. Mit dem Prototypen könnte VW im US-Markt einen Neuanfang wagen: Der VW-Bus ist vielen US-Kunden als wegweisendes Vehikel der Surf- und Hippi-Ära in guter Erinnerung.

Quelle: n-tv.de

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