Wirtschaft
Raus aus der Stadt und rund um die Welt: 2018 will VW zur globalen Nummer eins aufsteigen.
Raus aus der Stadt und rund um die Welt: 2018 will VW zur globalen Nummer eins aufsteigen.(Foto: picture alliance / dpa)

Leiharbeiter sind bedroht: VW-Werke in Europa sollen bleiben

2012 entpuppte sich für VW in Westeuropa als das mieseste Autojahr seit 20 Jahren. Werkschließungen soll es in Europa aber nicht geben - sagt VW-Chef Winterkorn. Allerdings ist über die Personalstärke noch nicht das letzte Wort gesprochen. Leiharbeitern könnte es an den Kragen gehen.

Volkswagen wird trotz der Autokrise in Europa keine Werke auf dem Kontinent schließen. "Wir werden aus Europa keine Kapazitäten abziehen", sagt VW-Chef Martin Winterkorn in einem Interview. Er halte auch am Stammpersonal fest. Allerdings: "Über die Leihkräfte werden wir nachdenken müssen", so der bestbezahlte Manager Deutschlands.

VW hatte sich in den vergangenen Jahren in Europa besser gehalten als die Rivalen Opel, Ford und Peugeot, die teilweise Werke schließen und Jobs abbauen. Nun bremst die Absatzschwäche aber auch den europäischen Branchenprimus.

VW mit Vollgas in China

Optimistisch zeigte sich Winterkorn für die Märkte in Asien und Amerika. "Es geht hervorragend in China", sagte er in dem Interview. Er setze auf ein Wachstum von mehr als zehn Prozent. VW werde auch in den USA, Russland und Südamerika zulegen. "Aber Europa wird stagnieren. Nachdem wir den Großteil unserer Fabriken in Europa haben, müssen wir uns hier auf die Stagnation, vielleicht sogar einen Rückgang in Europa einstellen, mit Flexibilität, mit allem was wir im Köcher haben, um flexibel zu sein."

Dass Europa an Bedeutung verliert, zeigen auch die Investitionspläne des Konzerns, der 2018 zur globalen Nummer eins aufsteigen will: VW plane zehn neue Werke weltweit, davon sieben in China, sagte Winterkorn.

Krise in den USA

Bei VW in den USA müssen, wie seit Kurzem bekannt, 500 Leiharbeiter aus der Passat-Produktion im Werk Chattanooga (Tennessee) gehen. Auch hierzulande hatten sich schon erste Krisenzeichen bemerkbar gemacht: In Emden fuhr VW zuletzt erneut die Passat-Produktion zurück. Nachdem die Belegschaft im Dezember bereits eine Woche mehr Weihnachtsurlaub bekommen hatte, wurde auch die Osterpause verlängert. Am Mittwoch hatte der DAX-Konzern in Eckzahlen zum ersten Quartal 2013 einräumen müssen, dass Betriebsergebnis und Überschuss eingebrochen waren.

Jedoch steht hinter diesen schlechten Nachrichten ein gewaltiger Basiseffekt: 2012 war bei Volkswagen das beste Jahr der Geschichte und auch aktuell steht VW vergleichsweise gut da. Ford, Opel oder Peugeot-Citroën wollen in Europa einzelne Werke dichtmachen.

Quelle: n-tv.de

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