Wirtschaft
Die EU-Antibetrugsbehörde hatte 
eine Untersuchung wegen des Abgasskandals gegen VW eingeleitet.
Die EU-Antibetrugsbehörde hatte eine Untersuchung wegen des Abgasskandals gegen VW eingeleitet.(Foto: picture alliance / dpa)

EU-Antibetrugsbehörde ermittelt: VW droht sofortige Milliarden-Rückzahlung

Weiteres Ungemach droht Volkswagen im Rahmen des Abgas-Skandals: Laut dem Chef der EU-Antibetrugsbehörde könnte der Konzern zur sofortigen Rückzahlung günstiger Kredite der Europäischen Investitionsbank verdonnert werden.

Die EU-Antibetrugsbehörde Olaf hat Volkswagen wegen der Abgas-Affäre vor finanziellen Konsequenzen gewarnt. Der Autobauer habe von der Europäischen Investitionsbank (EIB) günstige Kredite erhalten, um umweltfreundliche Motoren zu entwickeln, sagte Olaf-Chef Giovanni Kessler in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Das hat das Unternehmen aber vielleicht gar nicht gemacht, und dann wäre das Betrug."

Im schlimmsten anzunehmenden Fall müsste Volkswagen die noch ausstehenden Kredite sofort zurückzahlen. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, würde VW Kessler zufolge von der EIB auch keine neuen Kredite mehr bekommen. Die EU-Behörde hatte vor kurzem eine Untersuchung wegen des Abgasskandals gegen Volkswagen eingeleitet. "Bis das Ergebnis unserer Untersuchung vorliegt, wird es einige Monate dauern", sagte Kessler.

1,8 Milliarden Euro sind noch offen

Die EIB hatte bereits im Oktober erklärt, sie prüfe wegen des Abgas-Skandals eine Rückforderung von noch nicht zurückgezahlten Krediten von 1,8 Milliarden Euro. Die EIB hat Volkswagen nach eigenen Angaben seit 1990 rund 4,6 Milliarden Euro an günstigen Krediten gewährt, mit denen unter anderem die Entwicklung sauberer Motoren vorangetrieben werden sollte.

Der Wolfsburger Autohersteller hatte im September zugeben müssen, bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen weltweit eine Software eingesetzt zu haben, die im Testbetrieb den Stickoxid-Ausstoß zu niedrig auswies. Wegen der Manipulation wird in den USA und mehreren weiteren Staaten gegen Volkswagen ermittelt. Durch Strafen, Rückrufaktionen und Entschädigungen kommen auf den Konzern Milliardenkosten zu.

Quelle: n-tv.de

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