Wirtschaft
Dollars waren in Venezuela bisher oft nur zu horrenden Schwarzmarktkursen zu bekommen.
Dollars waren in Venezuela bisher oft nur zu horrenden Schwarzmarktkursen zu bekommen.(Foto: dpa)

Erstmals im freien Handel: Venezuelas Bolivar stürzt ab

Das sozialistisch regierte Venezuela hat den Wechselkurs des Bolivar teilweise freigegeben. Die Landeswährung stürzt daraufhingegenüber dem Dollar auf ein 25stel des offiziellen Kurses ab. Das ist allerdings etwas weniger, als zu erwarten war.

Nach der teilweisen Freigabe des Devisenhandels liegt der Wert der nationalen Währung Bolivar 25 mal niedriger als der bisher allein gültige Wechselkurs. Wie die Zentralbank des ölreichen, aber devisenknappen Landes mitteilte, wurde der US-Dollar auf dem neuen Devisenmarkt mit 170,03 Bolívar gehandelt. In dem neuen System gelten nun zwei Wechselkurse. Neben dem neuen gilt auch der alte, festgelegte Kurs von 6,30 Bolivar pro Dollar weiter.

Der neue am Markt ausgerichtete Kurs blieb allerdings leicht unter den bisher in Venezuela üblichen Schwarzmarkt-Dollarkursen von bis zu 190 Bolivar. Die Schwarzmarktkurse galten bisher häufig als Indikator für eine realistische Bewertung des Bolivar im Vergleich zu den seit 2003 festgelegten offiziellen Wechselkursen.

Das neue System soll den blühenden Schwarzmarkt im sozialistisch regierten Venezuela eindämmen. Seit Monaten müssen die Venezolaner in langen Schlangen vor Supermärkten anstehen. Viele Produkte wie Mehl, Milch und Hygieneartikel sind knapp, da es zu wenig Devisen für den Import gibt. Die Ratingagentur Moody's warnte jüngst vor einer möglichen Staatspleite Venezuelas.

Die Zentralbank behält den alten Kurs von 6,30 Bolivar pro Dollar bei etwa für Importe von Lebensmitteln und Medikamente. Für einige andere Waren gelten weitere spezielle Kurse. Auch dürfen die Venezolaner weiter nur etwa 3000 Dollar pro Jahr für Auslandsreisen und 300 Dollar für Online-Käufe tauschen.

Quelle: n-tv.de

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