Wirtschaft
Unterstützer des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi protestieren in Kairo.
Unterstützer des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi protestieren in Kairo.(Foto: REUTERS)

Auswärtiges Amt warnt : Veranstalter sagen Ägypten-Urlaub ab

Das Auswärtige Amt fürchtet um die Sicherheit von Urlaubs- und Geschäftsreisenden in Ägypten und rät von Reisen in das Land ab. Die Veranstalter Tui, Thomas Cook und Alltours streichen daraufhin alle Reisen in das beliebte Urlaubsziel. Auch bei Air Berlin können keine Flüge mehr gebucht werden.

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Die Reisekonzerne Tui, Thomas Cook und Alltours sagen nach den jüngsten Gewaltausbrüchen in Ägypten vorerst alle Reisen in das Land ab. Sämtliche Urlaubsreisen von Deutschland nach Ägypten seien bis einschließlich 15. September gestrichen, teilten die drei Unternehmen mit. Mit den Annullierungen reagieren sie auf die neue Lageeinschätzung des Auswärtigen Amtes, das vor Reisen in das Land abrät. Kunden, deren Reise bevorstehe, könnten auf andere Ziele umbuchen, hieß es.

Bei Tui betrifft die Absage auch die Marken 1-2-Fly, Airtours und Discount Travel. Urlauber, die sich derzeit in den Baderegionen am Roten Meer befinden, könnten ihren Urlaub fortsetzen, da es in den Ferienregionen unverändert ruhig sei, erklärte Tui Deutschland. Wer abreisen wolle, solle sich an die Reiseleitung vor Ort wenden. Derzeit verbringen den Angaben zufolge etwa 6000 Deutsche ihren Urlaub mit Tui in Badeorten am Roten Meer. Informationen finden Kunden hier.

Auch Thomas Cook sagte die Reisen nach Ägypten ab. Das gelte auch für Marken Neckermann, Bucher und Öger. Den Kunden würden alternative Ziele angeboten. Die Lage in den Urlaubszielen am Roten Meer sei weiterhin ruhig und die Gäste von den jüngsten Ereignissen nicht direkt betroffen. Sie sollten wie gebucht zurück nach Deutschland fliegen. Kunden finden hier weitere Informationen. Auch Alltours hat alle Reiseverträge bis einschließlich 15. September gekündigt. Kunden können sich hier informieren.

Die Lufthansa streicht bislang keine Flüge nach Ägypten. Da der Flughafen von Kairo vom Auswärtigen Amt als sicher eingestuft werde, fliege die Airline die Hauptstadt wie gehabt von Frankfurt und München an, sagte eine Konzernsprecherin.

Air Berlin fliegt zwar trotz der dramatischen Lage weiter nach Ägypten, neue Flüge können aber bis 15. September nicht mehr gebucht werden. Wer bereits einen Flug gebucht hat, aber das Ziel nun nicht mehr ansteuern möchte, könne kostenfrei ein anderes Air-Berlin-Ziel auswählen, teilte die Fluggesellschaft mit. Air Berlin fliegt die Baderegionen am Roten Meer an - Hurghada, Marsa Alam und Sharm el Sheikh.

Proteste dauern an

Die Bundesregierung rät angesichts der Unruhen in Ägypten von Reisen in das ganze Land ab. Das gelte auch für die bei deutschen Urlaubern beliebten Badeorte am Roten Meer, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Für den Norden der Sinai-Halbinsel sowie die Grenzgebiete zu Israel gilt weiter eine Teilreisewarnung. In den Touristengebieten am Roten Meer könne derzeit noch von einer ruhigeren Lage gesprochen werden, sagte der Ministeriumssprecher. Die weitere Entwicklung im Land sei aber unkalkulierbar. Daher sei auch für Touristen für ganz Ägypten ausdrücklich der Rat formuliert worden, nicht zu reisen.

Schon zuvor hatte die Regierung von Reisen nach Kairo und einige Nil-Städte, darunter auch die Touristen-Hochburgen Luxor und Assuan abgeraten. Die Lage in dem nordafrikanischen Land hat sich nach der gewaltsamen Räumung von zwei Protestlagern der Muslimbrüder massiv verschärft, die dem gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi nahe stehen. Die Massenproteste gehen derweil weiter.

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Quelle: n-tv.de

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