Wirtschaft
Für Tui hätte die neue Regelung zu einem "logistischen Problem" geführt. Kunden können ihre Flüge umbuchen oder ihr Geld zurück bekommen.
Für Tui hätte die neue Regelung zu einem "logistischen Problem" geführt. Kunden können ihre Flüge umbuchen oder ihr Geld zurück bekommen.(Foto: picture alliance / dpa)

Neue Gepäckregelung: Veranstalter streichen Reisen auf den Sinai

Eine Anweisung des Bundesverkehrsministeriums erlaubt nach dem Flugzeugabsturz auf dem Sinai nur noch die Mitnahme von Handgepäck. Deutsche Reiseveranstalter reagieren und streichen bis Ende Januar alle Reisen auf die ägyptische Halbinsel.

Große deutsche Reiseveranstalter streichen wegen neuer Gepäckvorschriften Reisen nach Scharm el Scheich auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel. Da deutsche Fluggesellschaften auf Anweisung des Bundesverkehrsministeriums bei Abflügen aus Scharm el Scheich nur noch Handgepäck mitnehmen dürften, würden alle Reisen auf den Sinai bis Ende Januar gestrichen, teilte die DER Touristik in Köln mit. Betroffene Kunden erhielten ihr Geld zurück oder könnten kostenfrei umbuchen.

DER Touristik gehört zur Rewe-Gruppe und ist nach eigenen Angaben der zweitgrößte Reiseveranstalter Deutschlands. Auch die Nummer eins der Branche, Tui, sagte bis Ende Januar alle Scharm-el-Scheich-Reisen ab. Hier gehe die Entscheidung ebenfalls auf die Anweisung des Bundesverkehrsministeriums zurück, sagte eine Unternehmenssprecherin. Das Verbot, aufgegebenes Gepäck zu transportieren, hätte ansonsten zu "logistischen Problemen" geführt, erläuterte sie. Kunden können den Angaben zufolge auch bei Tui kostenlos umbuchen oder ihr Geld zurück bekommen.

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums erklärte auf Anfrage, derzeit dürften aufgegebenes Gepäck, Fracht und Bordvorräte nicht mehr in die Passagiermaschinen geladen werden. Eine entsprechende Vorschrift für deutsche Fluggesellschaften habe am Freitag das Luftfahrtbundesamt erteilt. Aufgegebenes Gepäck dürfe nur noch mit Frachtmaschinen transportiert werden. Ziel sei es, "die Sicherheit für Passagiere und die Besatzungen zu erhöhen".

Reaktion auf Flug 9268

Hintergrund des Vorgehens ist offenbar der Absturz einer russischen Passagiermaschine auf dem Sinai am 31. Oktober sein. Das Flugzeug war in Scharm el Scheich gestartet; bei dem Unglück starben alle 224 Insassen. Die Untersuchung der Absturzursache ist noch nicht abgeschlossen. Die Regierungen der USA und Großbritanniens gehen aber davon aus, dass der Airbus durch das Zünden einer Bombe zum Absturz gebracht wurde.

Nach der Katastrophe saßen vor allem russische und britische Touristen zunächst in Scharm el Scheich fest, weil ihre Heimflüge gestrichen wurden. In Deutschland hingegen ist der Sinai ein eher seltenes Reiseziel, wie Tui und DER Touristik betonten. In Ägypten stünden vielmehr die Badeorte am Roten Meer wie etwa Hurghada im Mittelpunkt.

Quelle: n-tv.de

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