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Kauflaune ungebrochen: Verbraucher zuversichtlicher als Experten

Die Ukraine-Krise trübt die Stimmung der deutschen Verbraucher kaum. Sie rechnen mit einer weiteren Erholung der Wirtschaft und planen auch etwas mehr neue Anschaffungen. Damit zeigen sie sich optimistischer als die Chefetagen und Börsenprofis.

Die Konsumfreude der Bundesbürger bleibt auf einem hohen Niveau stabil. Für die gute Stimmung gibt es einige Gründe: Ein stabiler Arbeitsmarkt, wachsende Einkommen und eine moderate Inflation. Auch die wirtschaftliche Zuversicht der Deutschen steigt wieder, nachdem die Ukraine-Krise in den vergangenen Monaten für eine Stagnation sorgte. Der Konsumklima-Indikator der GfK blieb für Juni mit 8,5 Punkten auf dem Niveau des Vormonats, was den Erwartungen der Ökonomen entsprach.

"Die erfreuliche Nachricht in diesem Monat ist sicherlich, dass die Konjunkturaussichten nach Einschätzung der Verbraucher trotz der Ukraine-Krise wieder Fahrt aufnehmen", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. "Davon profitiert auch die Anschaffungsneigung, wenn auch nur in sehr begrenztem Umfang." Dagegen kann die Einkommenserwartung ihren im Vormonat errungenen Höchstwert seit der Wiedervereinigung nicht behaupten und muss einen Teil des Zuwachses wieder abgeben.

Verbraucher sehen keine größeren Konjunkturrisiken

Der Indikator für die Konjunkturerwartungen legt spürbar zu und klettert auf 38,5 Zähler. Ein besserer Wert wurde zuletzt im Juli 2011 gemessen. Im Gegensatz zu den Unternehmen sehen die Verbraucher derzeit offenbar keine größeren Konjunkturrisiken durch den Konflikt in der Ukraine. Das Ifo-Geschäftsklima hatte im Mai deutlicher als erwartet nachgegeben. Auch der ZEW-Index war gesunken.

Die Einkommenserwartung kann der Höchstwert seit der Wiedervereinigung aus dem Vormonat nicht ganz behaupten. Der Indikator auf 47,7 Zähler und büßt damit einen Großteil der Gewinne aus dem Vormonat wieder ein. Damit liegt der Indikator aber immer noch deutlich höher als im Vorjahr; der stabile Arbeitsmarkt lässt mehr Spielraum für Gehaltserhöhungen zu. Experten gehen davon aus, dass die Tariflöhne in diesem Jahr um etwa drei Prozent zulegen werden.

Konsum bleibt Konjunkturtreiber

Die Kaufneigung der Deutschen legt leicht zu, der Indikator steigt um 0,9 Punkte auf 49,5 Zähler. "Damit kann die Konsumneigung ihr ohnehin schon überaus hohes Niveau klar bestätigen", sagte Bürkl. Der GfK-Experte sieht allerdings durchaus Risiken für das Konsumklima. "Sollten sich beispielsweise als Folge einer Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland die Energiepreise spürbar erhöhen, würde dies das Konsumklima belasten." In diesem Fall sei damit zu rechnen, dass die Verbraucher ihre Konsumausgaben einschränkten.

Derzeit trägt der private Konsum den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland. Im ersten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wobei die positiven Impulse ausschließlich aus dem Inland in Form höherer Konsumausgaben und Investitionen kamen.

Quelle: n-tv.de

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