Wirtschaft
Phänomene des deutschen Discounter-Geschöfts: Nur ein Bruchteil der Aldi-Kunden besucht zwei verschiedene Filialen an einem Tag.
Phänomene des deutschen Discounter-Geschöfts: Nur ein Bruchteil der Aldi-Kunden besucht zwei verschiedene Filialen an einem Tag.(Foto: picture alliance / dpa)

Konsumforscher ermitteln: Verliert Aldi Umsatz?

Die Machtverhältnisse im deutschen Lebensmitteleinzelhandel sind klar aufgeteilt: Im Discounter-Segment beherrschen neben Lidl, Netto, Norma und Penny die beiden Aldi-Schwergewichte das Geschäft. Dort soll es nun angeblich Schwächen geben.

Der Discounter Aldi verliert einem Magazinbericht zufolge in Deutschland an Boden. Der Umsatz von Aldi Süd sei im ersten Halbjahr 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent gefallen, berichtete die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf externe Daten.

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Das Unternehmen selbst hält sich üblicherweise mit der Veröffentlichung von Kennzahlen aus dem eigenen Geschäftsbereich zurück. Da die Supermarktkette anders als etwa europäische Wettbewerber wie Carrefour, Tesco oder Metro nicht an der Börse notiert ist, unterliegt der Einzelhandelsriese keinerlei Berichtspflichten.

Discounter-Daten von der GfK

Der Bericht über den angeblichen Umsatzrückgang kann sich daher auch nur auf eine Analyse der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) stützen. Die Erlöse von Aldi Nord seien demnach sogar um 2,5 Prozent zurückgegangen, schreibt das Blatt. Stellungnahmen von Aldi Nord oder Aldi Süd lag zunächst nicht vor.

Ein Zeichen der Schwäche lässt sich aus einem Umsatzrückgang nicht unbedingt herauslesen. Ende Juli hatte es unter Berufung auf Unternehmensangaben geheißen, Aldi Süd habe im Gesamtjahr 2013 einen Rekordumsatz erzielt. Das Unternehmen des jüngst verstorbenen Milliardärs Karl Albrecht habe von Januar bis einschließlich Dezember einen Erlös von 15,4 Milliarden Euro erzielt, dies seien 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Unternehmen im Umbruch

Seit 2010 habe Aldi Süd seinen Umsatz damit um 1,9 Milliarden Euro gesteigert, berichtete unter anderem der "Focus". Aldi Süd ist im Süden Deutschlands tätig, Aldi Nord nördlich des Ruhrgebiets und in Ostdeutschland. Aldi Nord, das der Familie des 2010 gestorbenen Theo Albrecht gehört, erreichte Presseberichten zufolge zuletzt einen Jahresumsatz von 11,5 Milliarden Euro. Konkurrent Lidl, der im gesamten Bundesgebiet tätig ist, kommt auf 18 Milliarden Euro Umsatz.

Abgesehen von den aktuellen Entwicklungen bei Aldi befassten sich die Nürnberger Konsumforscher auch mit den übrigen Schwergewichten der Branche: Beim Discounter Lidl und der Rewe-Discount-Tochter Penny habe es geringe Umsatzverluste gegeben, hieß es. Vor allem beim Verkauf von Körperpflegeprodukten und Getränken würden die Billiganbieter derzeit Schwächen zeigen.

Die Lebensmittelumsätze der Supermarktkette Rewe seien dagegen im ersten Halbjahr um 6 Prozent gestiegen, berichtete die "Wirtschaftswoche" weiter. Wettbewerber Edeka habe der GfK-Auswertung zufolge nur um 1,9 Prozent zulegen können. Die beiden Aldi-Konkurrenten profitieren den Angaben der Marktforscher zufolge von der guten Kauflaune in Deutschland, die zuletzt auf den höchsten Stand seit Jahren gestiegen ist. Wegen der niedrigen Zinsen wollten die Verbraucher ihr Geld lieber ausgeben als anlegen, heißt es aus Nürnberg.

Quelle: n-tv.de

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