Wirtschaft

Deutsche Industrie: Wachstumstempo verlangsamt sich

Es ist eine kleine Enttäuschung: Die deutsche Industrie wächst im Januar nicht so stark wie erhofft. Der entsprechende Markit-Index sinkt leicht. Auch in der gesamten Eurozone ist die Wachstumsrate nur moderat.

Fertigung im Zwickauer VW-Werk.
Fertigung im Zwickauer VW-Werk.(Foto: imago/STAR-MEDIA)

Die Aktivität in der deutschen Industrie hat sich im Januar nicht so gut wie erhofft belebt. Zwar deuten die Signale weiter auf Wachstum hin, doch das Tempo verläuft moderater als in den Vormonaten. Negativ wirkte sich hierbei besonders eine Verlangsamung des Stellenzuwachses aus.

Der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank in der zweiten Veröffentlichung auf 50,9. Vorläufig lag er bei 51,0, im Dezember bei 51,2. Volkswirte hatten einen Stand von 51,0 Punkten erwartet. Damit hat die durch die vorher veröffentlichten Stimmungsindikatoren von Ifo, ZEW und Sentix geweckte Hoffnung auf eine deutlichere Wirtschaftsbelebung einen Dämpfer erhalten.

Während sich Produktion und Neuaufträge zum Jahresbeginn weiter positiv entwickelten, wenngleich mit gebremsten Tempo, nahmen die Auftragsbestände zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen drei Monate ab, was laut Markit auf freie Kapazitäten in den Industrieunternehmen hinweist. Bei der Beschäftigung ging es zwar weiter nach oben, doch langsamer als zuletzt. Markit führt dies auf die Einführung des Mindestlohns zu Jahresbeginn und weitere Rationalisierungen zurück.

Zuletzt hatte sich die Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft aufgehellt. So war der Ifo-Geschäftsklimaindex im Januar unerwartet deutlich um 1,2 Zähler auf 106,7 geklettert. Der wichtigste deutsche Konjunkturfrühindikator verzeichnete damit den dritten Anstieg nacheinander. Auch die im Finanzsektor erhobenen Stimmungsindikatoren von sentix und ZEW hatten eine optimistischere Grundstimmung der Wirtschaft angedeutet.

Leichte Belebung in der Eurozone

In der Eurozone erholte sich die Industrie zum Jahresanfang etwas. Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor stieg laut Markit im Januar zum Dezember um 0,4 auf 51,0 Punkte. Markit-Chefökonom Chris Williamson sprach von einer leichten Belebung und betonte: "Die Wachstumsrate blieb enttäuschend niedrig."

Ermutigend seien zwar positive Daten aus Irland, Spanien und den Niederlanden. "Jedoch hat in Deutschland, Frankreich und Italien eine weitgehende Stagnation eingesetzt", ergänzte Williamson. Außerdem habe sich die Wirtschaftslage in Griechenland verschlechtert: "Angesichts einer sinkenden Binnen- und Auslandsnachfrage verbuchte der griechische Industriesektor den stärksten Rückgang seit über einem Jahr."

Quelle: n-tv.de

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