Wirtschaft
Rohre für die South-Stream-Pipeline liegen in einem serbischen Dorf.
Rohre für die South-Stream-Pipeline liegen in einem serbischen Dorf.(Foto: REUTERS)

Bulgarien will weiterbauen: War die South-Stream-Absage nur ein Bluff?

Bulgarien und Russland stehen in Kontakt - es geht darum, die South-Stream-Pipeline weiterzubauen. Eine Baugenehmigung sei schon im Gange, heißt es. Rohre seien auf dem Weg nach Bulgarien. Wurde das Projekt nie wirklich beerdigt?

Bulgarien hält an der South-Stream-Pipeline weiter fest, obwohl Russland das Projekt gestoppt hat. Die Ausstellung der Baugenehmigung für den bulgarischen Abschnitt unter dem Schwarzen Meer sei im Gange, sagte Energieministerin Temenuschka Petkowa nach Angaben ihres Ministeriums in einem Telefongespräch mit ihrem russischen Amtskollegen Aleksander Nowak.

Der bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow hatte sich während des EU-Gipfels am Donnerstag für den Bau der Gaspipeline von Russland nach Südeuropa unter Einhaltung der EU-Regeln eingesetzt, wie die Nachrichtenagentur BTA aus Brüssel berichtete. Die russischen Rohre seien bereits nach Bulgarien geliefert worden, betonte Borissow (GERB).

Bulgarien werde Strafgelder zahlen müssen, sollte es die Abmachungen mit Russland nicht einhalten. Das einstige Ostblockland hängt knapp acht Jahre nach dem EU-Beitritt weiterhin fast komplett von russischen Gaslieferungen ab. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Anfang Dezember die South-Stream-Pläne aufgegeben

Salzgitter setzt Rohrproduktion aus

Bulgarien hat allerdings nach offiziellen Angaben noch keine schriftliche Absage aus Moskau erhalten. Putin warf Bulgarien vor, die Umsetzung des Projekts blockiert zu haben. Die vorherige Regierung in Sofia hatte die Bauvorbereitungen für den bulgarischen Abschnitt im Juni eingefroren, nachdem die EU-Kommission rechtliche Bedenken geäußert hatte.

Indes hat die Salzgitter-Beteiligung Europipe die Produktion von Stahlrohren für die Erdgaspipeline South Stream bis zum 1. Januar ausgesetzt. Damit kommt Europipe einer Anweisung der in den Niederlanden ansässigen South Stream Transport B.V. nach, wie das Unternehmen mitteilte.

Europipe betonte, dass das Pipeline-Projekt damit aber nicht beendet sei. Vielmehr werde das South-Stream-Konsortium der Gesellschaft bis zum Jahresanfang der Gesellschaft weitere Informationen geben. Auch sei dies kein großer Einschnitt - über die Weihnachtstage seien die ohnehin üblichen Feiertagsstillstände eingeplant.

Das 20 Milliarden US-Dollar teure South-Stream-Projekt war ins Stocken geraten, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin Anfang Dezember angekündigt hatte, die Pipeline könne nicht fertiggestellt werden. Er machte dafür die Europäische Union verantwortlich.

Die South-Stream-Pipeline, mit deren Bau im Jahr 2012 begonnen wurde, sollte mehr als ein Zehntel der jährlichen Gasversorgung in Europa decken und von Russland unter dem Schwarzen Meer entlang nach Bulgarien führen. Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise war das Milliardenprojekt zum umkämpften Faustpfand zwischen Moskau und der EU geworden.

Quelle: n-tv.de

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