Wirtschaft
Das ist der neue Mann an der BASF-Spitze, scheint Jürgen Hambrecht links im Bild zu sagen.
Das ist der neue Mann an der BASF-Spitze, scheint Jürgen Hambrecht links im Bild zu sagen.(Foto: picture alliance / dpa)

Der neue Mann bei BASF: Wer ist Kurt Bock?

Die Aktionäre der BASF müssen sich an einen neuen Mann an der Firmenspitze gewöhnen. An der Strategie des Ludwigshafener Chemieriesen soll sich jedoch wenig ändern, verspricht der neue Vorstandschef, Kurt Bock. Ein Unbekannter ist er nicht. Acht Jahre lang saß er im Aufsichtsrat.

Ein promovierter Betriebswirt und Meister der Zahlen leitet künftig den weltgrößten Chemiekonzern BASF mit seinen mehr als 100.000 Beschäftigten. Kurt Bock, der als versierter Analytiker gilt, ist erst der zweite Mann ohne naturwissenschaftliche Ausbildung an der Konzernspitze. Und Analysten sehen darin kein Manko, im Gegenteil: Seine finanziellen Detailkenntnisse werden positiv registriert. Auch Kennzahlen, die weniger im Blick stehen, kennt er bei Konferenzen häufig bis in die Nachkommastelle genau. Als Bock Ende Mai 2010 das Rennen um die Nachfolge gewann, reagierte der Aktienkurs positiv.

Kurt Bock: "Wir sind sicherlich unterschiedliche Persönlichkeiten."
Kurt Bock: "Wir sind sicherlich unterschiedliche Persönlichkeiten."(Foto: picture alliance / dpa)

Acht Jahre saß Bock bereits im Vorstand des Ludwigshafener Traditionsunternehmens. Nun führt er einen der wenigen unangefochtenen Branchenführer, den Deutschland hat.

Kontrastprogramm

Der Kontrast zu seinem Vorgänger könnte nicht größer sein: War der Schwabe Jürgen Hambrecht auch in Medien und Politik stets eine hörbare Stimme, muss sich Bock mit seinem unterkühlten Humor das öffentliche Parkett abseits von Analysten- und Investorenveranstaltungen erst noch erobern. Der Chef des Chemiebranchenprimus wird in der Öffentlichkeit auch als Sprachrohr für die deutsche Industrie wahrgenommen.

"Wir sind sicherlich unterschiedliche Persönlichkeiten. Das spiegelt aber die Stärke der BASF meines Erachtens wider", sagte der 52-jährige Bock unlängst im Gespräch mit Journalisten. Sein Ziel ist es, wie seine Vorgänger den Konzern an einen späteren Nachfolger in noch besserer Verfassung zu übergeben. "Das ist anspruchsvoll, weil natürlich die vergangenen Jahre gut gelaufen sind", sagt Bock. Der Ostwestfale übernimmt das Ruder zu einer Zeit, in der die Chemiebrache nach dem Krisenjahr 2009 wieder gut dasteht. BASF hatte 2010 den Gewinn mehr als verdreifacht.

Bock steht für Kontinuität

Bock verspricht als neuer BASF-Chef vor allem Kontinuität. Den großen Strategieschwenk werde es mit ihm nicht geben, wird er nicht müde zu betonen. "Stabwechsel drückt das ganz gut aus", sagt Bock. Er übernehme ein gut bestelltes Haus. Die Weiterentwicklung des Konzerns sieht er als einen evolutionären Prozess.

Kurt Bock wurde 1958 in Rahden geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder. Zu seinem Privatleben hält er sich zumeist bedeckt. Dass er gerne läuft, gehört zu dem Wenigen, was er nach außen dringen lässt. Seine Karriere bei BASF startete er 1985 im Finanzressort. Zwei Jahre später stieg er zum Leiter des Stabes des Finanzvorstands der damaligen BASF AG auf, 1991 wurde er Leiter einer Unterabteilung für technische Kunststoffe. Anschließend arbeitete er mehrere Jahre beim Autozulieferer Robert Bosch, wo er unter anderem Leiter der Finanzen war. 1998 kehrte er zu BASF zurück und wurde Finanzchef des Nordamerika-Geschäfts. 2003 rückte er zum Finanzchef im Konzernvorstand auf. Zudem leitet er seit 2007 das gesamte Nordamerika-Geschäft des Chemieriesen.

Quelle: n-tv.de

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