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Donnerstag, 17. Dezember 2015

Aus Angst vor Abfindung: Winterkorn soll weiter Gehalt kassieren

Fast 16 Millionen Euro verdient Martin Winterkorn bei VW im Jahr. Anscheinend ist er - trotz Rücktritt - noch immer der bestbezahlte Manager eines Dax-Unternehmens. Denn der Vertrag bei Volkswagen soll auch nach seinem Rücktritt weiterlaufen.

Der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn steht Insidern zufolge weiterhin unverändert auf der Gehaltsliste des Autobauers. Nach dem Rücktritt Winterkorns im Zuge des Abgasskandals sei der bis Ende 2016 laufende Vertrag nicht aufgelöst worden, sagten zwei Personen aus dem Umfeld des Aufsichtsrats der Nachrichtenagentur Reuters. VW habe sich mit Winterkorn darauf geeinigt, den Kontrakt auslaufen zu lassen und ihn entsprechend der Vereinbarung zu bezahlen. Das hatten zuvor bereits das "Handelsblatt" und das ZDF-Magazin "Frontal21" in einem gemeinsamen Vorabbericht gemeldet.

2014 verdiente Winterkorn 15,9 Millionen Euro und war damit Spitzenreiter unter den Chefs der 30 Dax-Unternehmen. VW äußere sich nicht zu Vertragsangelegenheiten, sagte ein Sprecher.

Winterkorn hatte nach Bekanntwerden des Abgasskandals im September seinen Hut genommen. Als Vorstandschef übernehme er die Verantwortung für die bekanntgewordenen Unregelmäßigkeiten, hatte Winterkorn damals mitgeteilt. Sein Rücktritt erfolge "im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin".

Der damalige Aufsichtsratschef Berthold Huber sei beauftragt worden, Gespräche über eine Aufhebung des Vertrags zu führen. Vor allem die Vertreter des Landes Niedersachsen und des Betriebsrates im Aufsichtsrat hätten bei einer hohen Abfindung einen öffentlichen Aufschrei befürchtet. Winterkorn hat stets betont, von der Manipulation der Abgaswerte nichts gewusst zu haben.

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Quelle: n-tv.de

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