Wirtschaft

Düstere Konjunkturaussichten: ZEW-Index sackt heftig ab

Deutschlands Börsianern senken hinsichtlich der Konjunkturerwartungen erneut die Daumen. Der ZEW-Index fällt im August auf den tiefsten Stand seit Dezember 2012. Grund für die Skepsis sind die zahlreichen weltpolitischen Brandherde.

Das deutsche Wachstum wird in diesem Jahr bescheidener ausfallen.
Das deutsche Wachstum wird in diesem Jahr bescheidener ausfallen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Börsenprofis bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im August den achten Monat in Folge skeptischer. Das Barometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für die Konjunkturerwartungen sank überraschend deutlich um 18,5 auf 8,6 Punkte und damit so kräftig wie seit rund zwei Jahren nicht mehr. Das ist der tiefste Stand seit Dezember 2012.

Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 18,2 Zähler erwartet. Das ZEW begründete die Entwicklung damit, dass "die anhaltenden geopolitischen Spannungen mittlerweile spürbare Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft zeigen". Da auch die Konjunktur im Euro-Raum nicht richtig in Fahrt komme, sei zu befürchten, dass das "Wirtschaftswachstum in Deutschland 2014 weniger stark ausfallen wird als bislang erwartet".

Die Konjunktur dürfte nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministeriums im abgelaufenen Quartal an Schwung verloren haben. "Insbesondere der Russland-Ukraine-Konflikt, aber auch die Entwicklungen im Nahen Osten führten zu einer zunehmenden Verunsicherung der Marktteilnehmer und damit auch zur Zurückhaltung bei unternehmerischen Entscheidungen."

Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaftskraft zwischen April und Juni nur stagniert haben dürfte. Eine erste Schätzung veröffentlicht das Statistische Bundesamt am Donnerstag. Zu Jahresbeginn war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,8 Prozent gewachsen, wozu auch der milde Winter beitrug.

Quelle: n-tv.de

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