Wirtschaft
Der letzte prominente Insolvenzantrag wurde vom TV-Hersteller Metz gestellt.
Der letzte prominente Insolvenzantrag wurde vom TV-Hersteller Metz gestellt.(Foto: dpa)

23.800 deutsche Firmen pleite: Zahl der Insolvenzen erreicht 15-Jahres-Tief

Prokon, Metz, Weltbild: Für einige bekannte Unternehmen ist 2014 ein Pleitejahr. Insgesamt ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland jedoch so niedrig wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die Aussichten für 2015 sind jedoch weniger sonnig.

Dank der stabilen Konjunktur und der Rekordbeschäftigung sind in diesem Jahr erneut weniger Unternehmen und Privatleute in die Pleite gerutscht. Dabei sank die Zahl der Firmeninsolvenzen um 8,9 Prozent auf 23.800 und damit auf das niedrigste Niveau seit Einführung der Insolvenzordnung vor 15 Jahren, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mitteilte. Schon im kommenden Jahr dürfte die Gesamtzahl der Pleiten nach Einschätzung von Creditreform aber erstmals seit 2010 wieder steigen.

Begünstigt wurde der fünfte Rückgang der Unternehmensinsolvenzen in Folge nach den Angaben durch einen vergleichsweise einfachen Zugang zu Finanzmitteln samt niedriger Zinsen, die positive Ertragssituation im Mittelstand sowie die weitgehend stabile Konjunktur. "Geopolitische Risiken der zurückliegenden Monate wie der Ukraine-Konflikt und das Embargo haben bislang keinen Niederschlag in der Insolvenzentwicklung einzelner Branchen gefunden", sagte Creditreform-Aufsichtsrat Helmut Rödl.

Auch weniger Privatpersonen waren zahlungsunfähig

Allerdings mussten einige bekannte Unternehmen Insolvenz anmelden, darunter die Verlagsgruppe Weltbild mit 6800 Beschäftigten, der Windpark-Finanzierer Prokon oder der TV-Hersteller Metz. Insgesamt waren durch Unternehmensinsolvenzen 264.000 Arbeitsplätze betroffen - 7,4 Prozent weniger als 2013.

Zum vierten Mal in Folge mussten auch weniger Privatleute den Gang zum Amtsgericht antreten. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sank nach den Angaben um 4,9 Prozent auf 86.900 Fälle (Vorjahr: 91.360). Die höheren Tarifabschlüsse und die geringe Arbeitslosenrate hätten gemeinsam mit der Mini-Inflation die finanzielle Situation der Verbraucher stabilisiert, sagte Creditreform-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht.

Er betonte aber auch: "Die Überschuldungssituation der Deutschen bleibt kritisch." Rund 6,7 Millionen Bundesbürger hätten mit ernsten Überschuldungsproblemen zu kämpfen. Für das kommende Jahr sind die Experten weniger zuversichtlich. Wegen der mauen Konjunkturaussichten - und dem schwachen Sommerhalbjahr - rechnen sie mit einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen auf bis zu 25.000.

Quelle: n-tv.de

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