Wirtschaft
Imposante Schränke, Hustenbonbons und eine ausführliche Beratung: In Apotheken gibt es mehr als nur Medikamente auf Rezept.
Imposante Schränke, Hustenbonbons und eine ausführliche Beratung: In Apotheken gibt es mehr als nur Medikamente auf Rezept.(Foto: picture alliance / dpa)

Erstmals weniger als 16.000: Zahl der freien Apotheken sinkt

Wie steht es um die Versorgung mit Apotheken? Branchenbeobachtern zufolge geht die Zahl der selbstständigen Verkaufsstellen für Arzneimittel immer weiter zurück. Insgesamt liegt Deutschland deutlich unter dem EU-Durchschnitt.

Das klassische Modell des selbstständigen Apothekers verliert in Deutschland offenbar an Boden: Immer mehr Apotheker expandieren und betreiben neben ihrer Stammniederlassung noch eine, zwei oder gar drei Filialen.

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Während es im Jahr 2000 noch 21.592 selbstständige Apotheker gab, fiel die Zahl im vergangenen Jahr erstmals unter die Marke von 16.000, wie der Branchendienst "Apotheke adhoc" berichtete. Jeder Apotheker darf seit 2004 neben seiner Hauptapotheke bis zu drei Filialen betreiben.

Insgesamt ging die Zahl aller Apotheken in Deutschland um 0,9 Prozent auf 20.254 zurück. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 340 Verkaufsstellen. Das stärkste Minus gab es demnach in Hamburg, wo die Apothekenzahl um 1,9 Prozent sank. Dahinter folgten die Kammerbezirke Nordrhein (-1,5 Prozent), Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg (jeweils -1,3 Prozent). Auch in Schleswig-Holstein, Westfalen-Lippe und Bayern waren die Verluste überdurchschnittlich. Im Freistaat schlossen von den ursprünglich 423 Apotheken im Jahresverlauf zehn Häuser. Zeitgleich wurden in Bayern nur zwei Apotheken neu eröffnet.

Stabile Apotheken im Osten

Wie in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Apotheken in den neuen Bundesländern dagegen relativ stabil geblieben, hieß es. Nur Thüringen sei mit einem Rückgang von 0,7 Prozent aufgefallen. Die Zahl der Apotheken insgesamt ist seit dem Höchststand im Jahr 2008 rückläufig. In jenem Jahr zählten die Branchenbeobachter zwischen Nordsee und Alpen, Aachen und Zwickau noch 21.602 Apotheken.

Im internationalen Vergleich liegt die Apothekendichte in Deutschland mit knapp 25 Apotheken pro 100.000 Einwohner deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Der liegt den Experten zufolge bei 31 Apotheken je 100.000 Einwohner. Besonders schlecht schneiden in dieser statistischen Betrachtungsweise Bundesländer wie Bremen, Brandenburg und Hamburg ab.

Bremen zum Beispiel bleibt wie in den Vorjahren das Bundesland mit der niedrigsten Apothekendichte: Auf 100.000 Einwohner kommen hier nur 23 Apotheken. Damit gibt es in Bremen weniger Apotheken für die Bevölkerung als in Brandenburg: Dort kommen immerhin 23,4 Apotheken auf 100.000 Einwohner.

Quelle: n-tv.de

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