Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 23. Oktober 2013

Nasdaq, Caterpillar, US Airways: Zahlenflut in den USA hält an

Die Zahlenpräsentation der US-Unternehmen läuft auf vollen Touren. Während die guten Nachrichten aus der Luftfahrtbranche kommen, streicht etwa der Baumaschinenhersteller Caterpillar seine Jahresziele immer eiter zusammen.

Nasdaq profitiert von Zukäufen

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Der Börsen-Betreiber Nasdaq OMX hat dank etlicher Zukäufe deutlich mehr verdient. Im dritten Quartal legte der Gewinn auf Jahressicht um 27 Prozent auf 113 Millionen Dollar zu, teilte das New Yorker Unternehmen mit. Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 506 Millionen Dollar. Beide Werte lagen oberhalb der Analystenerwartungen. Der Betreiber der US-Technologiebörse Nasdaq hatte zuletzt unter anderem dem Informationsanbieter Thomson Reuters einige Produktzweige für Pressestellen und Investor-Relations-Abteilungen in Unternehmen abgekauft. Außerdem wurde die auf US-Staatsanleihen spezialisierte Handelsplattform eSpeed übernommen. Beide Deals steuerten bereits einen positiven Beitrag zum Ergebnis bei.

Northrop Grumman spart sich Gewinnsteigerung zusammen

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Beim US-Rüstungskonzern Northrop Grumman zahlt sich der Sparkurs aus. Das Unternehmen, das unter anderem die Drohne Global Hawk herstellt, steigerte den Angaben zufolge seinen Überschuss im dritten Quartal überraschend kräftig um fast ein Fünftel auf 2,14 Dollar je Aktie. Das Management hob daraufhin das Gewinnziel für dieses Jahr auf 8,00 bis 8,15 Dollar je Aktie deutlich an. Angesichts der staatlichen Sparzwänge in den USA und vielen anderen Ländern, die die Verteidigungsetats belasten, rechnet das Unternehmen in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von rund 100 Millionen auf 24,4 Milliarden Dollar. Der Auftragsbestand sank zum Quartalsende auf 37,5 Milliarden Dollar von 40,8 Milliarden Dollar Ende 2012.

Caterpillar leidet

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Der weltgrößte Baumaschinen-Hersteller Caterpillar kämpft mit einer Flaute. Konzernchef Doug Oberhelman sprach von einem schmerzvollen Jahr. Da sich die Rohstoffkonzerne angesichts gesunkener Preise mit der Erschließung neuer Minen in Australien und Asien zurückhalten, sind vor allem die Bestellungen aus dem Bergbau eingebrochen: Es werden weniger Radlader oder Muldenkipper gebraucht. Im dritten Quartal brachen Umsatz und Gewinn so stark ein, dass der Konzern bereits zum dritten Mal in diesem Jahr seine Prognose kappen musste. Die Verkäufe würden nun um elf Milliarden Dollar unter dem Vorjahresniveau liegen. Bislang wurden bereits 13.000 Mitarbeiter entlassen. Im dritten Quartal sank der Umsatz um 18 Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar - der Gewinn brach um 44 Prozent auf 946 Millionen Dollar ein.

Bristol-Myers Squibb verdient gut

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Der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb hat im abgelaufenen Quartal dank guter Geschäfte mit seinen Krebs- und Diabetes-Medikamenten mehr verdient. Der Gewinn stieg auf 692 Millionen Dollar, wie der New Yorker Arzneimittel-Hersteller mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern mit einem Verlust von 711 Millionen Dollar noch tiefrote Zahlen geschrieben. Damals waren Abschreibungen in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit einem experimentellen Hepatitis-C-Wirkstoff angefallen. Der Umsatz legte nun im dritten Quartal um neun Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Dollar zu.

Eli Lilly begrenzt Einbußen

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Dank kräftiger Preiserhöhungen und Einsparungen hat der US-Pharmakonzern Eli Lilly die Einbußen wegen der wachsenden Generika-Konkurrenz in Grenzen gehalten. Zwar fiel der Gewinn im dritten Quartal um zehn Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar, wie der Konzern aus Indianapolis mitteilte. Der Umsatz kletterte jedoch um sechs Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Vor allem für sein wichtigstes Antidepressivum Cymbalta, das im Dezember seinen Patentschutz verliert, konnte Eli Lilly höhere Preise durchsetzen. Auch mit dem Lungenkrebsmedikament Alimta und dem Potenzmittel Cialis nahm der Konzern mehr ein. Mehrere Medikamente von Eli Lilly werden bald Konkurrenz durch Nachahmermittel bekommen, weil ihr Patentschutz ausläuft. Dem Unternehmen wehe der Wind ins Gesicht, hatte Finanzchef Derica Rice erst Anfang Oktober erklärt. Seine Jahresziele könne der Konzern nur mit Einsparungen erreichen.

Steuerlast dezimiert Gewinnplus bei US Airways

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Mit US Airways hat eine weitere Fluggesellschaft von derzeit vergleichsweise teuren Tickets profitiert. Das Unternehmen habe im dritten Quartal den höchsten Vorsteuergewinn aller Zeiten erwirtschaftet, sagte Firmenchef Doug Parker in Tempe im US-Bundesstaat Arizona. Das Vorsteuerergebnis stieg um mehr als ein Drittel 36 Prozent auf 336 Millionen Dollar. Eine deutlich höhere Steuerlast als im Vorjahreszeitraum führte unterm Strich jedoch zu einem Gewinnrückgang auf 216 Millionen Dollar. Der Umsatz verbesserte sich um neun Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar.

Boeing steckt Dreamliner-Rückschläge weg

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Die Flugzeug-Verkäufe bei Boeing florieren. Der Airbus-Rivale weckt nach einem glänzenden Sommergeschäft nun sogar höhere Erwartungen an das Gesamtjahr. Der US-Konzern profitierte dabei erneut von seinen Kassenschlagern für die Mittel- und Langstrecke, der Boeing 737 und 777. Die Pannenserie beim neuesten Modell 787 Dreamliner rückt zunächst in den Hintergrund. Im dritten Quartal sprang der Gewinn von Boeing im Vergleich zum Vorjahreszeitraum überraschend um zwölf Prozent auf annähernd 1,2 Milliarden US-Dollar. Konzernchef Jim McNerney erwartet deshalb auch für das Gesamtjahr mehr Profit als bislang. Neben Verkehrsmaschinen stellt Boeing auch Kampfjets, Militärtransporter, Drohnen und Satelliten her. Der Quartalsumsatz kletterte um elf Prozent auf 22,1 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen der Branchenexperten.

Quelle: n-tv.de

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