Wirtschaft

Privatanleger-Run auf Papiere : Zalando erwägt Aktienzuteilung

Am 1. Oktober geht Zalando an die Börse, die Aktie ist bereits jetzt schon bei den Privatanlegern heiß begehrt. Der Online-Modehändler überlegt nun, ob er diesen entgegen kommt. Das ginge allerdings zulasten der Großinvestoren.

Die Preisspanne wird nicht verändert.
Die Preisspanne wird nicht verändert.(Foto: dpa)

Der Online-Modehändler Zalando stößt vor seinem mit Spannung erwarteten Börsengang nach eigenen Angaben auf überraschend großes Interesse bei Privatanlegern. "Seit Donnerstag erhalten wir viele Anfragen von Privatanlegern zum Börsengang", sagte Firmensprecher Boris Radke der "Berliner Zeitung". "Über dieses Interesse freuen wir uns, und es überrascht uns positiv."

Demnach überlegt Zalando nun, darauf zu reagieren und Privatanlegern zulasten von Großinvestoren mehr Aktien zuzuteilen als ursprünglich beabsichtigt. Entschieden werde darüber "nach der Roadshow", sagte Radke der dem Blatt.

Der Börsengang von Zalando ist für den 1. Oktober geplant. Das Unternehmen hat für die Ausgabe der Aktien eine Preisspanne von 18 Euro bis 22,50 Euro festgelegt, allerdings wurden im vorbörslichen Handel am Montag bereits mehr als 28 Euro gezahlt.

Anders als der chinesische Branchenriese Alibaba, der angesichts der hohen Nachfrage im letzten Moment die Preisspanne noch einmal angehoben hatte, will Zalando laut Radke auf einen solchen Schritt verzichten: "Die Preisspanne wird nicht noch einmal angehoben", sagte er der "Berliner Zeitung". "Das Zalando Management und das Konsortium haben diese Preis-Range gewissenhaft gewählt."

Gewinn im ersten Halbjahr

Insgesamt will Zalando bis zu 633 Millionen Euro einnehmen. Gelingt dies, wäre der Online-Händler hochgerechnet 5,6 Milliarden Euro wert. Der Börsengang wird als einer der größten in Deutschland seit mehreren Jahren gehandelt. Mit Zalando geht zudem seit langem wieder ein Internetunternehmen an die Börse.

Für das erste Halbjahr 2014 hatte das Unternehmen erstmals einen operativen Gewinn verkündet. Vor Steuern, Zinsen und Ausgaben für Mitarbeiteranteile betrug dieser zwölf Millionen Euro, der Umsatz lag bei einer Milliarde Euro. Den Nettogewinn nannte die Firma nicht. Zalando ist inzwischen in 15 Ländern aktiv und nach eigenen Angaben der größte europäische Online-Händler für Schuhe und Mode.

Quelle: n-tv.de

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