Wirtschaft
Eine Stahlblechrolle auf dem Gelände des Stahlwerks der Salzgitter AG.
Eine Stahlblechrolle auf dem Gelände des Stahlwerks der Salzgitter AG.(Foto: picture alliance / Jochen Lübke/)

Quoten für Stahlimporte?: Zypries befürchtet Handelsstreit mit USA

Gefährden Stahlimporte die nationale Sicherheit der USA? Dies könnte ein Bericht des US-Handelsministeriums feststellen, heißt es in Berlin. Die möglichen Folgen: Zölle beziehungsweise Quoten, um Importe zu reduzieren.

Deutschland und die EU steuern auf einen Handelsstreit mit Amerika zu. Das zeigt ein Brief, den Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries an den amerikanischen Handelsminister Wilbur Ross geschrieben hat und der der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vorliegt. In dem Schreiben, das auch an EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström ging, kritisiert die SPD-Politikerin die Pläne Washingtons, gegen Stahlimporte vorzugehen.

Der von Präsident Donald Trump angeforderte Bericht des Handelsministeriums zur Frage, ob die Stahlimporte die amerikanische Sicherheit bedrohten, steht nach Informationen des Bundeswirtschaftsministeriums kurz vor der Veröffentlichung. Es besorge sie, dass der Bericht ersten Anzeichen zufolge "feststellen könnte, dass Stahlimporte - einschließlich aus der EU - die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten bedrohen", schreibt Zypries. "Auch haben wir vernommen, dass Zölle beziehungsweise Quoten erlassen werden sollen, um Importe zu reduzieren."

Zypries hält das Vorgehen Amerikas für nicht gerechtfertigt: "Es gibt nach hiesiger Einschätzung keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass europäische oder deutsche Stahlimporte die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten bedrohen oder beeinträchtigen könnten." Die Ministerin warnt, dass andere Staaten das Vorgehen Washingtons als "Einladung" verstehen könnten. "Protektionistischen Maßnahmen wären damit Tür und Tor geöffnet."

Quelle: n-tv.de

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