Wirtschaft
Beim Automobilzulieferer MDC Power im thüringischen Kölleda montiert eine Mitarbeiterin einen Vierzylinder-Benzinmotor.
Beim Automobilzulieferer MDC Power im thüringischen Kölleda montiert eine Mitarbeiterin einen Vierzylinder-Benzinmotor.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 30. Juli 2017

Zukunft des Verbrennungsmotors: Zypries ist gegen generelles Verbot

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung will Großbritannien ab 2040 alle Verbrennungsmotoren verbieten. Für Deutschland ist so ein Verbot nach Meinung der Bundeswirtschaftsministerin aber keine Option.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries ist dagegen, in Deutschland ein festes Datum für das Verbot von Verbrennungsmotoren zu beschließen. "Im Moment eine Jahreszahl wie 2040 festzulegen, ist weder sinnvoll noch zielführend", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Während in England kaum noch Autos gebaut werden, ist Deutschland einer der größten Automobilbaunationen der Welt mit über einer Million Arbeitsplätzen, die davon abhängen." Die britische Regierung will Verbrennungsmotoren ab 2040 verbieten und von da an ganz auf Elektroantriebe setzen.

Stattdessen forderte die Ministerin "einheitliche Regelungen auf EU-Ebene". Zugleich äußerte Zypries Skepsis hinsichtlich des Plans, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen. Diese Zielmarke sei "sehr ambitioniert und nicht leicht zu erreichen". Der Verkauf laufe bisher "nicht so gut".

Um die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, forderte Zypries eine gemeinsame Strategie von Politik und Automobilindustrie zur Förderung der Elektromobilität. "In der nächsten Wahlperiode sollte eine Plattform 'Zukunft der Mobilität' eingerichtet werden, wo wir mit Experten über die notwendige Transformation zu nachhaltiger, vernetzter Mobilität sprechen", sagte sie. Deutsche Hersteller müssten sich aber nun schnell bewegen, wenn sie mit der Konkurrenz aus China und anderen Ländern beim E-Auto noch mithalten wollten.

Ihr Parteikollege, SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, nahm angesichts der Dieselaffäre die Autohersteller in die Pflicht. "Die Automobilhersteller stehen jetzt in allererster Linie in der Verantwortung für ihre Kunden und Verbraucher. Aus dieser Verantwortung darf der Staat sie nicht entlassen", erklärte er. Die Hersteller hätten viel Vertrauen zerstört und müssten nun auch finanziell dafür gerade stehen. Steuersenkungen für die Konzerne, wie CSU-Chef Horst Seehofer sie fordere, nannte Heil "absurd".

Quelle: n-tv.de

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