Wirtschaft

Das Aus ist abgewendet: dapd bleibt Vollagentur

Die Nachrichtenagentur dapd besteht fort. Mit einem neuen Investor, einem neuen Auslandspartner und deutlich weniger Mitarbeitern will die Agentur den Angaben zufolge auch weiterhin dpa als sogenannte Vollagentur mit mehreren Basis- und Landesdiensten Konkurrenz machen. Allerdings muss sich dapd einen neuen Chefredakteur suchen.

dapd bleibt auch künftig der große Konkurrent von dpa.
dapd bleibt auch künftig der große Konkurrent von dpa.

Die Nachrichtenagentur dapd ist der Insolvenz und ihrem endgültigen Ende entgangen. Der Journalist Ulrich Ende habe dapd für einen nicht veröffentlichten Kaufpreis übernommen, teilte Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma mit. Ende, ehemaliger Chef des Nachrichtensenders N24, will mit einem Vollangebot an Nachrichten dem deutschen Marktführer dpa weiter Paroli bieten. dapd hatte zuletzt die Zahl der Mitarbeiter um ein Drittel auf 200 verringert. Die Insolvenz im Oktober war bereits die dritte Pleite des Unternehmens seit der Gründung der Vorläuferagentur ddp im Jahr 1971. Ende ist nun Geschäftsführer der neu gegründeten GmbH und hat bisher zwei Investoren namentlich genannt, den Wiesbadener Unternehmer Christoph Bausinger und den westfälischen Verleger Wolfgang Pabst.

Ende muss sich allerdings einen neuen Chefredakteur suchen. Amtsinhaberin Melanie Ahlemeier werde das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen, hieß es. Damit setzt sich der Exodus an der Führungsspitze fort - seit der Vereinigung von ddp mit dem deutschen Dienst der US-Agentur AP zur dapd vor drei Jahren haben mehrere Führungskräfte das Unternehmen verlassen.

Basis- und Landesdienste

Die neue dapd Nachrichten GmbH soll am 1. Februar als Vollagentur mit den Basisdiensten Politik, Wirtschaft und Panorama sowie zwölf Landesdiensten starten. Sportberichterstattung gehöre ebenfalls zum Angebot, sagte ein Sprecher von Köhler-Ma. Bei der Auslandsberichterstattung stütze sich dapd auf die US-Agentur Dow Jones und deren Schwesterzeitung "Wall Street Journal".

Den früheren Auslandspartner AP hatte dapd zuletzt an dpa verloren. dpa bot lange Zeit als einzige Nachrichtenagentur ein Vollsortiment an, während andere Anbieter wie Reuters oder AFP auf Bereiche wie Wirtschaft, Politik oder Auslandsnachrichten spezialisiert sind.

Der deutsche Agenturmarkt gilt als einer der am härtesten umkämpften in der Welt. In den vergangenen Jahren war es ddp und der späteren dapd immer häufiger gelungen, dem Wettbewerber dpa Kunden abspenstig zu machen und Exklusivverträge zu schließen. Mehrere Kunden kündigten in den vergangenen Wochen allerdings wieder ihre Verträge.

Quelle: n-tv.de

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