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Erneut Verluste an der Wall Street: Dax galoppiert zur EZB-Sitzung

Der Börsengang von Ferrari bewegt die Anleger. Er ist geglückt und so schauen die Börsianer am deutschen Aktienmarkt voraus auf die EZB-Sitzung und rechnen mit positiven Aussagen zur Geldpolitik.

Die Aussicht auf weiteres billiges Geld hat dem deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte auf die Sprünge geholfen. Gleichzeitig sorgten Nachrichten von und zu einigen Einzelwerten für weitere Kaufimpulse. In den USA kann ein heiß ersehntes IPO glamourös glänzen.

"Der Markt geht davon aus, dass das Geld weiter billig bleibt", resümierte n-tv-Börsenexpertin Corinna Wohlfeil. Investoren rätseln, ob die Zentralbanker ihre lockere Geldpolitik noch einmal ausweiten werden. Der Markt rechnet zwar damit, jüngste Daten zur Kreditvergabe lassen daran jedoch zweifeln.

Der Dax verabschiedete sich mit einem Aufschlag von 0,9 Prozent und 10.238 Punkte aus dem Handel. Das Tageshoch lag bei 10.278, das Tagestief bei 10.108 Zählern. Am Montag hatte der Leitindex 0,6 Prozent zugelegt, am Dienstag dann wieder 0,2 Prozent abgegeben. Der MDax verbesserte sich um 1,3 Prozent auf 19.988 Stellen. Der TecDax wies einen Aufschlag von 0,7 Prozent auf 1772 Stellen auf.

Dax: Autowerte gefragt

Bei den Einzelwerten schauten die Anleger angesichts des gelungenen Börsengangs der Fiat-Chrysler-Tochter Ferrari auf die Autowerte. Zudem wartete VW-Konkurrent Toyota erneut mit einem Rüc kruf von Millionen Autos auf, GM wiederum überzeugte mit seinem Geschäftsbericht. Volkswagen-Titel legten … Prozent zu - trotz einer erneuten Negativschlagzeile. Daimler und BMW verbesserten sich um 0,8 und 1,9 Prozent. Für Baader Helvea etwa ist Daimler derzeit Top-Pick im deutschen Automobilsektor.

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Positiv für K+S werteten Händler die Zahlen und Aussagen von Yara. Der norwegische Konkurrent sprach von einer weiteren Verbesserung der Düngernachfrage vor allem in den Ländern außerhalb Europas und hebt dabei Brasilien hervor. Die Nachfrage ziehe vor allem im hochpreisigen Segment an, was besonders für K+S eine gute Nachricht sei. "Seitdem die Übernahmeprämie für Potash vollends ausgepreist worden ist, bewegt sich die K+S-Aktie wieder nach den üblichen Marktparametern", sagte ein Händler. Die Titel legten 1,0 Prozent zu.

Deutsche-Telekom-Titel zogen rund ein halbes Prozent an. Positiv wurden Berichte über einen möglichen Verkauf ihrer holländischen Tochter gesehen. Die mögliche Bewertung lasse auf einen Verkaufspreis von über 4 Milliarden Euro schließen. Strategisch wäre das Geschäft in den Niederlanden kein großer Verlust für die Telekom, da es sich nur auf den Mobilfunk beschränke. "Allerdings ging es dort bei Gewinn und Umsatz zuletzt nach unten, so dass es fraglich ist, ob Interessenten wirklich diesen Preis zahlen werden", so ein Händler.

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Nachdem der Kauf von TNT Express durch FedEx von den Marktwächtern abgesegnet ist, gibt es in Europa mit FedEx, UPS un d d er Deutschen-Post-Tochter DHL nur noch drei große Paketdienstleist er. Der Post-Aktie half das auf die Sprünge: Topgewinner im Leitindex nach zwischenzeitlicher Schwäche mit rund 4  Prozent. Dass eine Portoerhöhung ab 2016 kommen soll, dürfte auch eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.

Bei den Nebenwerten preschten Südzucker mit einem Aufschlag von fast 12 Prozent nach vorn. Der Grund: eine positive Analysteneinschätzung durch Goldman Sachs.

USA: Zurückhaltung ist angesagt

Die Wall Street hat erneut mit Verlusten geschlossen. Der Dow Jones verlor 0,3 Prozent auf 17.168 Punkte. Der S&P-500 sank um 0,6 Prozent auf 2019 Zähler, der Nasdaq gab 0,8 Prozent ab auf 4840 Punkte.

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Da keine wichtigen Konjunkturdaten anstanden, rückten die Unternehmensbilanzen in den Mittelpunkt. Dabei kon nten sowohl GM als auch Boeing auf dem Papier überzeugen. Boeing-Titel legten 1,7 Prozent zu, GM verteuerten sich um 5,8 Prozent. Schon am Dienstag nach Börsenschluss berichtete Yahoo. Bei Umsatz und Gewinn verfehlte der Konzern die Erwartungen des Marktes. Das Papier rauschte mehr als 5,2 Prozent abwärts.

Biogen schloss ein überraschend starkes drittes Quartal ab. Gleichzeitig gab der Konzern Personaleinsparungen bekannt. Das trieb die Aktie 4 Prozent an. Überzeugen konnte auch Ferrari. Der Börsenneuling, dessen Ausgabepreis bei 52 Dollar je Aktie lag, startete mit 59,80 Dollar in den Handel und ging mit 55 Dollar aus dem Handel. Damit ist die Tochter von Fiat Chrysler mit rund 12 Milliarden Dollar bewertet.

Asien: Nikkei trotzt Rezessionsangst

Die Börse in Tokio legte zur Wochenmitte angesichts einer Abschwächung des Yen deutlich zu. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stieg um 1,9 Prozent auf 18 554 Punkte. Der breiter gefasste Topix verbesserte sich um 1,8 Prozent auf 1527 Zähler. Die Börse in Shanghai gab deutliche 3,1 Prozent ab. In Hongkong blieben die Börsen wegen des Feiertages Chung-Yeung-Fest geschlossen.

Die Daten aus der japanischen Exportwirtschaft hätten die Hoffnung auf neue Konjunkturmaßnahmen der japanischen Notenbank geweckt, erklärten Experten. "Auf eine gewisse Art und Weise sind schlechte Nachrichten manchmal gute Nachrichten", sagte Gavin Parry von Parry International Trading. Börsianer setzen demnach darauf, dass die Bank of Japan angesichts der Exportdaten nicht daran vorbeikommt, weitere Stimuli für die heimische Wirtschaft zu beschließen.

Devisen: Euro ignoriert Japan-Daten

Der Kurs des Euro präsentierte sich zur Wochenmitte lange stabil, ehe er am Nachmittag nachgab. Die Gemeinschaftswährung notierte um 1,1344 Dollar. In Fernost wurde der Euro am Morgen noch mit 1,1358 Dollar bewertet nach 1,1344 Dollar im späten New Yorker Handel. Die EZB setzte den Referenzkurs am Mittag auf 1,1354 Dollar fest. Am Dienstag lag dieser noch bei 1,1373 Dollar.

Rohstoffe: US-Angebot drückt Ölpreis

Die Ölpreise gaben weiter nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete 47,85 Dollar. Das waren 1,7 Prozent weniger als noch am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Dezember sank 2,4 Prozent auf 45,20 Dollar.

Händler verwiesen erneut auf das anhaltend hohe Rohölangebot in den USA. Laut einem Bericht der Privatwirtschaft haben die Rohölbestände in der vergangenen Woche erneut zugelegt.

Quelle: n-tv.de

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