Wirtschaft
Die Hoffnung auf eine anhaltende Unterstützung durch die EZB erhält einen Dämpfer.
Die Hoffnung auf eine anhaltende Unterstützung durch die EZB erhält einen Dämpfer.(Foto: picture alliance / dpa)

Vor US-Jobbericht: Dax macht schlapp

Deutsche Aktien knicken nach den US-Jobdaten ein. Aus Verunsicherung über die Geldpolitik in den USA und der Euro-Zone machen die Anleger vor dem Wochenende lieber Kasse.

Die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA haben den Anlegern in Deutschland den Wochenausklang verhagelt. Zunächst positiv aufgenommene Zahlen zum Beschäftigungsaufbau wurden vom überraschenden Rückgang der durchschnittlichen Stundenlöhne überschattet.

Der Dax schloss am Freitag 1,92 Prozent tiefer bei 9648,50 Punkten. Trotz der kräftigen Kurserholung vom Donnerstag steht auf Wochensicht ein Minus von 1,19 Prozent zu Buche.

Für den Index der mittelgroßen Werte, den MDax, ging es am Freitag um 0,3 Prozent auf 17.163,48 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,25 Prozent auf 1408,21 Punkte.

Die Arbeitslosigkeit war in den USA im Dezember von einem bereits niedrigen Niveau aus noch weiter gefallen. Zudem waren mehr neue Arbeitsplätze geschaffen worden als erwartet. Doch es gab auch eine Schattenseite. So verwies Analyst Bernd Krampen von der NordLB darauf, dass sich die zunehmende Enge auf dem Arbeitsmarkt nicht in den Stundenlöhnen widergespiegelt habe.

Laut Börsianern drückte im Verlauf auch eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg über die Höhe und Ausgestaltung des möglichen Kaufprogramms für Staatsanleihen durch die EZB etwas auf die Stimmung. Diese prüft Insidern zufolge dabei ein Volumen von bis zu 500 Milliarden Euro. Das mögliche Volumen wurde von einigen Händlern als enttäuschend eingestuft, da bislang mit einem höheren Umfang gerechnet wird.

Ansonsten sorgten vor allem Analystenstimmen für Gesprächsstoff. So zogen die Aktien der Merck KGaA in der Spitze um 3,10 Prozent auf das Rekordhoch von 84,17 Euro an, nachdem sich die Schweizer Bank Credit Suisse positiv zu der Übernahme des Laborausrüsters Sigma Aldrich und der Partnerschaft mit dem US-Branchenkollegen Pfizer geäußert hatte. Die Darmstädter hätten damit strategische Unsicherheiten gelöst. Im Verlauf bröckelten die Gewinne der Merck-Aktien zwar ab, zum Schluss des regulären Xetra-Handels notierten sie aber noch 0,80 Prozent im Plus.

Auch die Anteilsscheine des Internetdienstleisters United Internet setzten nach einer positiven Studie der US-Bank Goldman Sachs ihren Höhenflug fort. Die Papiere des TecDax-Schwergewichts waren bis auf 39,495 Euro gestiegen - so teuer waren sie noch nie. Am Ende behaupteten die Titel ein Plus von 3,20 Prozent auf 38,865 Euro.

Mit Verlusten von jeweils mehr als dreieinhalb Prozent zählten die Aktien der Energiekonzerne RWE und Eon zu den schwächsten Werten im Dax.

Mit Blick auf den europäischen Aktienmarkt war das Bild ebenfalls trüb. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um 2,94 Prozent auf 3042,90 Punkte. Auch der Londoner FTSE 100 und der Cac 40 in Paris gaben nach. An der Wall Street stand der Leitindex Dow Jones Industrial zum regulären Xetra-Schluss hierzulande rund ein Prozent tiefer.

Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,42 Prozent am Vortag auf 0,43 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 139,75 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,25 Prozent auf 156,72 Punkte. Der Eurokurs legte zu. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1813 (Donnerstag: 1,1768) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8465 (0,8498) Euro.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen