Wirtschaft
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Optimismus in Frankfurt: Dax schließt im Plus

Ein plötzlicher Schwächeanfall des US-Arbeitsmarktes bremst die Erholung der europäischen Börsen etwas aus. Der Dax rettet zum Handelsschluss zumindest einen Teil seiner Gewinne ins Ziel. Euphorie herrscht dagegen bei der Lufthansa-Aktie.

Versöhnliches Ende zum Wochenausklang: Nach seinen jüngsten Kursverlusten hat der Dax wieder Boden gutgemacht. Der deutsche Leitindex rückte 0,5 Prozent auf 9473 Punkte vor, nachdem er am Donnerstag 0,8 Prozent im Minus geschlossen hatte. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 0,4 Prozent zu Buche. Der MDax gewann am Freitag 0,6 Prozent auf 16.644,79 Punkte – zwischenzeitlich hatte der Index der mittelgroßen Werte bei 16.715,64 Punkten ein Rekordhoch erreicht. Der TecDax verabschiedete sich 1,2 Prozent fester bei 1215 Punkten ins Wochenende, was den höchsten Stand seit zwölf Jahren bedeutete.

Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten versetzten der positiven Börsenstimmung einen Dämpfer und sorgten dafür, dass die Gewinne bröckelten. Der Dax halbierte als Reaktion sein Kursplus.Die US-Unternehmen hatten im Dezember 74.000 neue Jobs geschaffen, das ist der geringste Zuwachs seit Anfang 2011. Analysten hatten mit einem viel kräftigerem Zuwachs gerechnet.

"Die Kernziffer ist klar enttäuschend", sagte Adam Sarhan, Chef von Sarhan Capital. Angesichts der ermutigenden anderen Konjunkturdaten in den vergangenen Wochen scheine es sich aber um einen Ausrutscher zu handeln. Auch Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus warnte davor, die Zahlen überzubewerten.

Uneinig waren sich Börsianer, ob die aktuellen Daten Einfluss auf geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed haben. "In der Haut der neuen US-Notenbank-Präsidentin Janet Yellen will man jetzt nicht stecken", sagte Jens Klatt, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses FXCM. "Wenn eine Volkswirtschaft unter dem Strich keine neuen Arbeitsplätze in signifikantem Ausmaß schafft, kann sie auch nicht wachsen. Die US-Konjunktur ist nach diesen Zahlen zumindest noch ein Stück weit entfernt von einer konjunkturellen Wende hin zu alten Wachstumsraten."

Lufthansa deutlich im Plus

Für das Kursplus im Dax sorgten vor allem Lufthansa, die 8,8 Prozent zulegten. Im Handel wurde auf die Fortschritte bei den Restrukturierungsbemühungen der Fluglinie verwiesen. Das Unternehmen hatte am Vorabend eine Präsentation über das Sparprogramm Score veröffentlicht. Zudem erwartet das Management sinkende Ausgaben für Kerosin. Die Tankrechnung ist einer der größten Kostenposten des Konzerns. "Die Analysten von Mainfirst halten die Aktien 'too cheap to ignore', das hilft", sagte ein Marktteilnehmer. Das Analysehaus Mainfirst bescheinigte den Lufthansa-Titeln im Vergleich zu Mitbewerbern 2014 Aufholpotenzial und hoben das Kursziel auf 18 von 16 Euro an.

Daimler schlossen nahezu unverändert. Der Autokonzern hatte im vergangenen Jahr einen neuen Absatzrekord eingefahren, insgesamt verkaufte er fast 1,5 Millionen Mercedes-Benz. Das entspricht einem Plus von 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Es ist zwar keine ganz große Überraschung, da einige Länderdaten schon da waren, aber die globalen Jahreszahlen sehen einfach gut aus", sagte ein Händler.

Die Titel des Stahlkonzerns ThyssenKrupp litten ein wenig unter den enttäuschenden Alcoa-Zahlen vom Vorabend und gaben leicht ab. Der US-Aluminium-Konzern hatte nach Börsenschluss in New York für einen schwachen Start in die US-Berichtssaison gesorgt. Gewinn und Ausblick enttäuschten.

Die Geschäftszahlen von SAP für 2013 überzeugten derweil nicht. Die Aktien drehten ins Minus und verloren 1,2 Prozent. Vor Veröffentlichung des Berichts hatten SAP 1,5 Prozent fester gelegen. Börsianer betonen, die Zahlen hätten keine Überraschungen enthalten: "Da hat sich der ein oder andere wohl mehr versprochen." Ein Händler sprach von "Dampfablassen", nachdem das Papier recht gut gelaufen sei und der Quartalsbericht keinen Trigger für neue Kursavancen geliefert habe.

Im MDax verteuerten sich Metro um 2,8 Prozent. Spekulationen auf eine Neuausrichtung des Handelsriesen trieben die Aktien in die Höhe. Angeblich soll Haniel-Chef Stephan Gemkow über eine Zerschlagung des Konzerns nachdenken, um die Haniel-Beteiligung an Metro möglichst optimal zu verwerten. Haniel erklärte allerdings, das sei hanebüchen. "Solche Spekulationen treiben die Metro-Aktie immer mal wieder nach oben", sagte ein Händler.

Eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank katapultierte SMA Solar im TecDax in die Höhe. Die Aktien verteuerten sich um 14,1 Prozent. SMA sollte in der Lage sein, außerhalb von Europa zu wachsen, hieß es in dem Kommentar. Von diesem Jahr an sei eine moderate Erholung bei den Umsätzen zu erwarten.

Quelle: n-tv.de

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