Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Ölpreise mit deutlichen Verlusten: Dax sichert sich die 10.100er-Marke

Bei ruhigem Handel kann der Dax am Ende leicht zulegen und sich weiter oberhalb der 10.000-Punkte-Marke halten. Die Impulse aus den USA bleiben wegen eines Feiertags aus. Sorgen um Chinas Wirtschaft treten unterdessen etwas in den Hintergrund.

Erholt und leicht im Plus bei einem extrem ruhigen Geschäft zeigte sich der deutsche Aktienmarkt am ersten Tag der Handelswoche. Angesichts des US-Feiertages "Labor Day" gab es keinerlei Vorgaben aus den USA. Der Dax legte um 0,7 Prozent zu auf 10.109 Punkte.

Für bessere Laune bei den Marktteilnehmern hatte der chinesische Notenbankchef Zhou Xiaochuan auf dem G20-Treffen am Wochenende gesorgt. Er hatte betont, dass eine nachhaltige Yuan-Abwertung nicht anstehe, und die Korrektur an den Aktienmärkten mehr oder weniger abgeschlossen sei. Allerdings zeigen sich die Märkte auch skeptisch gegenüber diesen Aussagen: "Das klingt nach Schönrederei der Lage", sagte ein Händler. Die Erholung könnte sich mithin als kurzfristig erweisen. Nach einem lebhaften Auf und Ab schloss die Börse in Schanghai mit einem Minus von 2,5 Prozent.

Gedämpfte Aussichten für die Konjunktur in Deutschland hatten die Stimmung an der Börse leicht belastet. Nach Mitteilung des Beratungsunternehmens Sentix rechnet in der aktuellen Umfrage nur noch eine knappe Mehrheit der befragten Investoren damit, dass sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland auf Sicht der nächsten sechs Monate verstärken wird. "Die Investoren sehen nun die Eintrübung in China sowie in den übrigen Emerging Markets als eine signifikante Belastung für die Konjunktur der Euro-Zone", sagte Sentix-Ökonom Sebastian Wanke.

Deutschland: K+S mit weitem Abstand an der Dax-Spitze

Chart

Der Dax schloss am Ende um 0,7 Prozent verbessert auf 10.109 Punkten. Nur ganz leicht verbessert zeigte sich der MDax, der um 0,1 Prozent auf 19.351 Punkte zulegte. Der TecDax stieg um 0,3 Prozent, der Euro-Stoxx-50 um 0,7 Prozent.

Bei den Einzelwerten im Dax zeigte sich ein deutlicher Erholungsschub bei K+S, die um 4,1 Prozent zulegten und damit mit weitem Abstand an der Dax-Spitze standen. "Die Übernahmespekulation kocht wieder hoch", sagt ein Händler. Laut "FAZ" hat Potash nun auch Bank of America-Merrill Lynch als Berater für den Übernahmekampf gewonnen. Mit der ablehnenden Haltung von K+S ist der Kurs zuletzt wieder stark unter den möglichen Übernahmepreis von 41 Euro zurückgefallen.

Bayer notierten nach einer Hochstufung 1,5 Prozent fester. Händlern zufolge haben die Analysten von Bofa Merrill Lynch die Titel auf "Buy" von "Neutral" gesetzt.

ThyssenKrupp gewannen ebenfalls 1,5 Prozent. Finanzvorstand Guido Kerkhoff hatte in der Börsen-Zeitung erklärt, dass der Konzern bei den Einsparzielen über Plan liege. Zwar wollte sich Kerkhoff nicht festlegen, ob das Ebit-Ziel von zwei Milliarden Euro schon in dem am 1. Oktober beginnenden Geschäftsjahr 2015/16 erreicht werden kann. "Das erscheint nun aber wahrscheinlich", sagte Heino Ruland, Head of Research beim Brokerhaus ICF.

Neuerliche Streikpläne der Lufthansa-Piloten drückten die Stimmung der Anleger von Deutschlands größter Fluggesellschaft. Am Ende schloss das Papier mit plus 0,1 Prozent nahe an seinem Freitagsschlussstand. Nach knapp einem halben Jahr Pause wollen die Piloten ihre Arbeit am Dienstag wieder niederlegen. Ziel der inzwischen 13. Streikrunde seit April 2014 sind alle Langstrecken-Abflüge aus Deutschland sowie reine Frachtflüge.

Schlusslicht waren die Aktien des Pharmakonzerns Merck. Händlern zufolge haben die Analysten von BofA Merrill Lynch die Titel auf "Underperform" von "Neutral" herabgesetzt. Die Aktien verloren 0,7 Prozent.

Asien: Shanghai schließt nach Auf und Ab im Minus

Chart

Die Börsen in Fernost sind überwiegend mit Verlusten in die Woche gestartet. Abschläge in Shanghai nach einer Feiertagspause drückten auch die Märkte in den umliegenden Staaten ins Minus. Nach einem lebhaften Auf und Ab schloss die Börse in Shanghai 2,5 Prozent im Minus; zwischenzeitlich hatte sie klar im Plus notiert.

Die Regierung in Peking hatte in der Nacht die Rate für die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr auf 7,3 von zuvor 7,4 Prozent nach unten revidiert. Zugleich kündigten die chinesischen Börsenregulierer an, die Aufsicht zu verschärfen, um die Turbulenzen an den Finanzmärkten einzudämmen.

Lediglich die Tokioter Börse konnte sich knapp im Plus halten. "Es wäre leichter, wenn wir uns keine Sorgen um China machen müssten", sagte Analyst Yoshihiro Okumura vom Vermögensverwalter Chibagin Asset Management.

Die merkliche Wirtschaftsabkühlung in China hatte zuletzt Zweifel an einer Zinserhöhung noch im September in den USA geschürt. Investoren fürchten, dass auch die weltgrößte Volkswirtschaft unter einem langsameren Wachstum in der Volksrepublik leiden könnte. Der US-Arbeitsmarktbericht für August hatte am Freitag gemischte Signale gesendet.

Chart

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,4 Prozent auf 17.860 Punkte im Plus. Der breiter gefasste Topix-Index legte knapp 0,1 Prozent auf 1445 Zähler zu.

Die Märkte in China waren Donnerstag und Freitag feiertagsbedingt geschlossen. Bei den japanischen Einzelwerten stand am Montag Toshiba im Mittelpunkt. Die Aktie stieg um 1,8 Prozent. Der Technologiekonzern veröffentlichte deutlich verspätet in Folge eines Bilanzskandals seine Geschäftszahlen. Demnach machte Toshiba im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettoverlust von 284 Millionen Euro.

Devisen: Euro tritt auf der Stelle

Der Euro hat sich in einem ruhigen Umfeld kaum von der Stelle bewegt. Nur am Morgen geriet die Gemeinschaftswährung nach Produktionszahlen aus Deutschland vorübergehend unter Druck. Am späten Nachmittag kostete ein Euro 1,1165 US-Dollar und damit geringfügig mehr als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1146 (Freitag: 1,1138) Dollar festgesetzt.

Produktionszahlen aus der deutschen Industrie sorgten zum Wochenstart nur zeitweilig für Belastung. Im Juli war die Herstellung im verarbeitenden Gewerbe mit 0,7 Prozent schwächer gestiegen als erwartet. Allerdings fiel der Rückgang im Vormonat Juni wegen revidierter Zahlen nicht ganz so stark aus wie ursprünglich gemeldet.

Rohstoffe: Ölpreise brechen am Nachmittag ein

Die Ölpreise sind wieder deutlich gesunken. Auch die Ankündigung eines Gipfeltreffens des Opec-Kartells konnte die Talfahrt der Preise nicht stoppen. Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 47,74 US-Dollar, das waren 1,87 Dollar weniger als am vergangenen Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,52 Dollar auf 44,53 Dollar.

Am Wochenende hatte der Präsident von Venezuela, Nicolas Maduro, ein Gipfeltreffen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) vorgeschlagen. Ziel des Treffens soll sein, mögliche Maßnahmen im Kampf gegen die seit Wochen anhaltende Talfahrt der Ölpreise zu besprechen. Auch Länder, die nicht zur Opec gehören, sollen zu dem Treffen eingeladen werden, darunter Russland. Die Ankündigung des Gipfels konnte die Preise aber offenbar nicht stützen. "Es hat keine Veränderung der allgemeinen Fundamentaldaten auf Angebotsseite gegeben", sagte Davis Lennox, Analyst beim Finanzdienstleister Fat Prophets in Sydney.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen