Wetten die Börsen auf "Präsident Pence"?
Warum steigen derzeit die Kurse an den Aktienmärkten? Viele Börsianer begründen das mit dem Auftritt von Fed-Chefin Janet Yellen vor dem US-Kongress - und ihren Aussagen zur Geldpolitik.
Klingt einleuchtend. Doch Autor und Blogger Barry Ritholtz hat einen anderen Vorschlag.
Nach den neuesten Enthüllungen in Sachen Russland-Connection ist es zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden, dass die Präsidentschaft Donald Trump vorzeitig endet - und ihn sein Vizepräsident Mike Pence beerbt.
Eurokurs gestiegen
Der Euro hat zugelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1449 (Dienstag: 1,1405) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8734 (0,8768) Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88925 (0,88318) britische Pfund, 130,02 (130,36) japanische Yen und 1,1027 (1,1040) Schweizer Franken fest.
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Yellen macht Anlegern Mut
US-Notenbankchefin Janet Yellen verleiht den US-Börsen Auftrieb. Sie signalisierte, dass es angesichts der robusten Konjunkturentwicklung weitere behutsame Zinserhöhungen geben werde. Zudem stellte sie laut eines vorab veröffentlichten Textes einer Rede vor einem Kongressausschuss in Aussicht, dass die Federal Reserve wahrscheinlich noch dieses Jahr mit dem Abbau ihrer im Zuge der Finanzkrise aufgeblähten Bilanz beginnen werde.
Das ist zwar nichts Neues. Doch Yellens Festhalten am bisherigen Kurs beruhigte offensichtlich einige Anleger.
Analyst Peter Cardillo vom Broker First Standard Financial meint jedoch, dass es am Markt weiter unruhig zugehen dürfte. Die innenpolitischen Unsicherheiten in den USA wie etwa die Russland-Affäre um Präsident Donald Trump könnten immer wieder für Gegenwind sorgen.
Den Auftritt von Yellen können Sie hier live verfolgen.
Wall Street startet im Plus
Blicken wir kurz auf die andere Seite des Atlantiks: Der Dow gewinnt kurz nach Handelsstart 0,5 Prozent auf 21.517 Punkte. Der S&P 500 legt 0,5 Prozent auf 2439 Zähler zu.
Dax legt nach Yellen-Aussagen zu
Der Dax zieht nach Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen leicht an, nachdem er schon den bisherigen Handelstag im Plus gelegen hatte. Es darf allerdings bezweifelt werden, ob sich die neuen Aufschläge als nachhaltig erweisen werden, denn etwas wirklich Neues hat Yellen nicht gesagt. Die US-Wirtschaft wachse mit einem moderaten Tempo, so die Notenbankchefin. Die Fed werde ihre Bilanz schrittweise abbauen. "Zumindest hat Yellen nichts Negatives aus Marktsicht gesagt", versucht ein Händler einen Erklärungsversuch für die Kursreaktion.
Die Anhörung von Yellen vor dem US-Kongress beginnt um 16 Uhr.
Der Dax gewinnt 1,1 Prozent auf 12.575 Punkte, der Euro zieht auf 1,1470 Dollar an.
Wie geht es am Aktienmarkt weiter?
Wall Street leicht im Plus erwartet
Leichte Gewinne dürfte die Wall Street zum Start verbuchen. Nach mehreren lustlosen Handelstagen hoffen die Anleger auf neue Impulse im Verlauf, denn der lang erwartete Auftritt von US-Notenbank-Präsidentin Janet Yellen vor dem Kongress beginnt heute und setzt sich morgen fort. Die künftige Geldpolitik der Fed, aber auch der anderen Notenbanken, ist gegenwärtig eines der Hauptthemen an den Märkten.
Daneben spielt die allmählich anlaufende Berichtsaison eine große Rolle, zumal bereits am Freitag drei große US-Banken ihre Zahlenwerke vorlegen. Im Hintergrund schwelt die Krise um die mögliche Einflussnahme Russlands auf den US-Wahlkampf im Vorjahr. Am Vortag war der Dollar mit den neuen Enthüllungen um Trumps Sohn und seine Russland-Kontakte unter Druck geraten.
Aussagen zur Umsatzentwicklung dürften die Titel von United Continental Holdings stützen. Im April hatte die Fluggesellschaft ein Erlöswachstum für das Juniquartal im Passagiergeschäft auf Jahressicht von 1 bis 3 Prozent ausgerufen. Nun bezifferte das Unternehmen den Zuwachs mit 2 Prozent.
Twitter ist auf der Suche nach einem Finanzvorstand derweil fündig geworden. Der ehemalige Goldman-Sachs-Banker und Finanzvorstand des Softwareherstellers Intuit, Ned Segal, soll seinen Posten bei Twitter im August antreten. Das Unternehmen musste zuletzt eine Reihe von Abgängen verkraften. Die Aktie steigt vorbörslich um 0,6 Prozent.
Dax überwindet 12.500 Punkte
Der Dax testet erneut die Marke von 12.500 Punkten. Für Rückenwind sorgte offenbar, dass sich die US-Börsen nach dem europäischen Handelsschluss gestern deutlich erholt hatten. Der deutsche Leitindex liegt mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 12.513 Zählern. Der MDax, in dem die mittelgroßen Unternehmen versammelt sind, gewinnt 0,5 Prozent auf 24.834 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax geht es um 0,7 Prozent auf 2254 Punkte hoch.
Für Gesprächsstoff sorgt Janet Yellen. Die US-Notenbankchefin wird den Halbjahresbericht der Fed dem US-Kongress vorstellen. Besonders interessant dürfte dabei werden, ob Yellen Details durchscheinen lasse, wie eine Reduktion der durch die Anleihekäufe aufgeblähten Notenbankbilanz ausschauen könnte, sagte ein Marktbeobachter.
Saudi-Arabien wird Ölexporte senken
Saudi-Arabien wird im August so wenig Öl exportieren wie noch nicht in diesem Jahr. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf einen Insider. Um dem erhöhten Bedarf im Sommer im eigenen Land nachzukommen, würden die Ausfuhren entsprechend um mehr als 600.000 Barrel pro Tag gekappt.
In den vergangenen Monaten hatte ein Überangebot auf dem Weltmarkt wiederholt auf die Preise gedrückt. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und andere Ölförderländer einigten sich deshalb auf eine Verlängerung der Förderkürzungen bis März 2018.
Heute sind die Ölpreise um rund 1,5 Prozent gestiegen.
Metro muss den MDax verlassen
Ab Freitag wird nur noch die Ceconomy AG und damit die kleinere Metro-Gesellschaft um die Unterhaltungselektronik im MDax notiert. Grund ist, dass das traditionelle Metro-Geschäft um Cash und Carry sowie die Warenhäuser als Metro AG von der Gesellschaft abgespalten wird. "Die abgespaltene Gesellschaft muss laut Regularien zum Schlusskurs am Donnerstag den Index verlassen", sagt Petra von Kerssenbrock, Index-Analystin der Commerzbank.
Am Donnerstag werden erst einmal ausnahmsweise 51 Aktien im MDax gehandelt.
In den MDax kann die traditionelle Metro voraussichtlich bereits im September zurückkehren. Voraussetzung ist eine Marktkapitalisierung von etwa 1,45 Milliarden Euro, die sie aber locker erreichen sollte. Wer dann weichen muss, ist noch unklar, es könnte Ceconomy sein, aber auch einer der derzeit schwächsten MDax-Titel Bilfinger und Rational.
Was es mit der Abspaltung auf sich hat, lesen Sie hier.
Navidi: "Russland-Affäre lähmt Wirtschaft"
Pfund legt leicht zu
Das britische Pfund gewinnt angesichts starker Arbeitsmarktdaten etwas an Wert. Das Pfund steigt auf rund 1,2860 Dollar, nachdem es kurz vor Veröffentlichung der Daten bei rund 1,2830 Dollar gelegen hatte.
Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien ist ungeachtet der Verunsicherung durch den geplanten EU-Austritt auf den tiefsten Stand seit 1975 gesunken. Zwischen März und Mai ging die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 4,5 Prozent zurück, wie das Statistikamt mitteilte. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm zugleich um
Allerdings schrumpfen die Reallöhne angesichts der steigenden Inflation. Sie gaben um 0,7 Prozent nach und damit so kräftig wie seit drei Jahren nicht mehr.
Industrieproduktion steigt stärker als erwartet
Die Industrie in der Eurozone hat im Mai noch stärker zugelegt als erwartet. Die Gesamtproduktion sei um 1,3 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,8 Prozent gerechnet.
Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat legte die Produktion im Mai um 4 Prozent zu. Hier war ein Zuwachs von 3,5 Prozent erwartet worden.
In den vier größten Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien hat die Industrieproduktion damit im Mai positiv überrascht. Seit Monaten signalisieren Frühindikatoren eine sehr gute Stimmung in der Industrie.
Handelsriese Metro vollzieht Aufspaltung
Trotz des Widerstands einiger Aktionäre hat der Handelskonzern Metro seine Aufspaltung in einen Lebensmittelhändler und einen Elektronikanbieter vollzogen. Das Amtsgericht Düsseldorf habe die Abspaltung Handelsregister eingetragen, teilte der Konzern mit. Die Spaltung sei damit wirksam.
Bereits morgen sollen die Aktien der beiden neuen, selbstständigen Unternehmen in Frankfurt und Luxemburg an die Börse gehen.
Den Namen Metro wird es auch weiter geben. Er wird künftig von dem aus der Spaltung hervorgegangenen Lebensmittelspezialisten genutzt, zu dem neben den Metro-Großmärkten auch die Real-Supermärkte gehören. Die selbstständige Elektronikhändler, unter dessen Dach künftig die Ketten Media Markt und Saturn agieren, erhielt den Kunstnamen Ceconomy.
Burberry überrascht Anleger
Mit einem doppelt so hohen Umsatzplus wie erwartet sorgt Burberry für Kauflaune. Die Aktien steigen in London fast 6 Prozent, machen damit die Vortagesverluste von 2,5 Prozent wieder wett und führen die Gewinnerliste im "Footsie" an.
Der für seine Karomuster bekannte Modehersteller hatte dank starker Nachfrage aus China und gutem Inlandsgeschäft ein Umsatzplus von vier Prozent für das Ende Juni beendete erste Geschäftsquartal gemeldet. Analysten hatten im Schnitt nur mit zwei Prozent gerechnet.
Kaufempfehlung schiebt Zalando hoch
Zalando liegen im MDax weit vorne, die Aktien verteuern sich um 2,8 Prozent. Händler führen das vor allem auf eine Kaufempfehlung der Société Générale zurück. Sie haben die Titel mit "buy" in ihre Berichterstattung aufgenommen und ein Kursziel von 67 Euro ausgegeben.
Zalando sei mehr als nur ein Online-Shop, hatten die Analysten ihre Empfehlung begründet. Hinter den Kulissen könne das Unternehmen eine führende Rolle bei der Entwicklung der Modebranche spielen, in dem es Kunden und Marken einander näher bringe. Im Juni hatte Zalando angekündigt, den Umsatz bis 2020 zu verdoppeln.
Deutsche-Post-Aktien legen deutlich zu
Im Dax verteuern sich die Aktien der Deutschen Post um 0,9 Prozent auf 33,14 Euro. Die Aktien profitieren laut Händlern von der günstigen Weltkonjunktur und besonders davon, dass der Welthandel entgegen den Erwartungen weiter gut läuft. Davon hatten zuletzt auch die Unternehmen der Container-Schifffahrt profitiert. Der Dow Transportation war zuletzt ebenfalls auf neue Hochs ausgebrochen, hat am Dienstag allerdings etwas konsolidiert. Anlass für die Kursgewinne sei auch eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank mit einem Kursziel von 40 Euro, hieß es.
Und auch für die Freunde der Charttechnik gibt es eine Erklärung für das Kursplus: Die Aktien brechen aus der jüngsten "Wimpel-Formation" nach oben aus. "Aus technischer Sicht gehören Deutsche Post zu den stärksten Aktien im Dax", sagt eine Marktteilnehmerin.
Investor Singer kauft sich bei Stada ein
Das bringt Pfeffer in den Übernahme-Versuch: Der Hedgefonds Elliott des aktivistischen Investors Paul Singer hat sich beim Generikahersteller Stada eingekauft. Singer ist bekannt dafür, sich in laufende Übernahmeprozesse einzuschalten und den Preis nach oben zu treiben - so geschehen bei der Übernahme des deutschen Kranherstellers Demag Cranes durch den US-Konzern Terex oder beim Kauf von Kabel Deutschland durch Vodafone.
Zum 4. Juli hielt Singer direkt 6,71 Prozent an dem Unternehmen, wie aus einer heute veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung hervorgeht. Über Finanzierungsinstrumente hat sich Singer zudem die Option für weitere 1,98 Prozent an Stada gesichert.
Für Stada läuft derzeit ein zweites Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven. Nach dem knappen Scheitern ihres ersten Übernahmeversuchs haben sie ihr Gebot leicht erhöht und die Annahmeschwelle etwas gesenkt.
Alno-Aktien stürzen ab
Die Pleite des Küchenherstellers Alno setzt die Aktien schwer unter Druck: Die Papiere brechen um knapp 50 Prozent ein.
Alno hatte erst Ende Juni die Veröffentlichung seines Jahres- und Konzernabschluss für 2016 zum dritten Mal verschoben und den 14. August als neuen Termin hierfür genannt. Alno kämpft seit dem Börsengang 1995 mit Problemen - bis auf wenige Ausnahmen gab es jedes Jahr Verluste.
Mehrheitseigner des seit 1995 börsennotierten Unternehmens ist die bosnische Unternehmerfamilie Hastor, die im vergangenen Sommer in die Schlagzeilen geraten war, als sich ihr Zulieferer Prevent einen Streit mit Volkswagen geliefert und die Fertigung des Autokonzerns vorübergehend lahmgelegt hatte. Außerdem kämpft Hastor um die Macht beim deutschen Autozulieferer Grammer.
Zurückhaltung in Asien
Die asiatischen Aktienmärkte haben heute keine gemeinsame Richtung gefunden. In Tokio gab der Nikkei-Index 0,5 Prozent nach auf 20.098 Punkte. Vor allem Exportfirmen standen wegen des anziehenden Yens auf der Verkaufsliste. Die Kurse in Festland-China fielen unter dem ebenfalls moderat: Der CSI-300-Index der die größten Werte aus Shanghai und Shenzhen beinhaltet, büßte 0,3 Prozent auf 3658,82 Punkte ein. Dagegen zogen die Kurse in Hongkong an. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag rund 0,2 Prozent im Plus.
Euro hält Vortagesgewinne
Und was macht der Euro? Er wird bei 1,1470 US-Dollar gehandelt und damit geringfügig über dem Niveau von gestern. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1405 Dollar festgesetzt. Im weiteren Tagesverlauf könnten vor allem Zahlen zur Industrieproduktion im Euroraum sowie der Auftritt von Fed-Chefin Janet Yellen vor Vertretern des US-Kongresses für Impulse sorgen. Bei Yellens Auftritt werden nicht nur mögliche Signale für die weitere Zinspolitik im Mittelpunkt des Interesses stehen, sondern auch Aussagen wann mit dem Abbau der riesigen Bilanzsumme der Fed begonnen wird. Zudem legt die US-Notenbank am Abend ihren "Beige Book" genannten Konjunkturbericht.
Dax startet fester
Der Frankfurter Aktienmarkt geht mit Gewinnen in den Tag. Der Dax legt 0,2 Prozent auf 12.472 Punkte zu, während der MDax 0,1 Prozent auf 24.753 Punkte steigt. Der TecDax gewinnt 0,5 Prozent auf 2248 Zähler.
Anleger warten auf Yellen-Anhörung
Noch Fed-Chefin Janet Yellen redet am Nachmittag vor dem zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses - bis dahin dürften die Anleger in Deckung bleiben. Ein ruhiger Handel an den Börsen ist heute also zunächst zu erwarten.
Banken und Broker sagten für die Eröffnung denn auch wenig veränderte Kurse voraus. Schon am Dienstag hatte sich der Dax nur noch in engen Spannen bewegt und war mit 12.437 Punkten nahezu unverändert aus dem Handel gegangen. Vorbörslich wird der Leitindex 0,3 Prozent im Plus erwartet bei 12.477 Punkten.
Yellens Anhörung beginnt um 16.00 Uhr MESZ, ihre vorbereitete Rede wird um 14.30 Uhr MESZ veröffentlicht. Anleger erhofften sich mehr Klarheit über Tempo und Ausmaß der künftigen Zinserhöhungen und den geplanten Abbau der durch Anleihekäufe während der Finanzkrise aufgeblähten Fed-Bilanz.
Und das sind die Vorgaben:
Am Dienstag hatten sich die Kurse an der Wall Street nach dem hiesigen Börsenschluss kaum mehr bewegt. Der Dow-Jones- und der S&P500-Index waren nahezu unverändert, der Nasdaq-Composite mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent aus dem Handel gegangen.
Über den Autor
In Tokio lag der Nikkei-Index 0,5 Prozent im Minus. In Shanghai waren die Kurse kaum verändert.
Mein Name ist Jan Gänger, ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Sie erreichen mich unter jan.gaenger(at)nachrichtenmanufaktur.de