Wirtschaft
Geht es nach Modern Meadow müssen für eine Ledertasche künftig keine Kühe mehr sterben.
Geht es nach Modern Meadow müssen für eine Ledertasche künftig keine Kühe mehr sterben.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 13. Juli 2016

40 Millionen Dollar Extra-Kapital: Start-up setzt auf Leder aus dem Labor

Die Fleischproduktion trägt in einem großen Ausmaß Mitschuld an verheerenden Umweltproblemen. Ein Start-up aus Brooklyn will mit Hilfe von Ersatzprodukte aus dem Labor entgegensteuern. Investoren haben das Funding der Amerikaner immens aufgestockt.

Als Biofabrikant will das Start-up Modern Meadow die Herstellung von Leder und anderen Materialien revolutionieren und einen Beitrag zur Reduktion von Umweltproblemen beitragen. Dem Unternehmen aus Brooklyn ist es gelungen, eine Finanzierung mit über 40 Millionen Dollar abzuschließen (36 Millionen Euro). Es verfügt damit jetzt über 53,5 Millionen Dollar (48 Millionen Euro), berichtet der "Business Insider".

Horizon-Ventures-Investor Bart Swanson begründet die zusätzliche Investition damit, dass es Modern Meadow in einem wettbewerbsfähigen Markt gelungen sei, attraktiv für Talente aus der Tech-Branche zu werden. Außerdem habe sich ihre Technologie so gut entwickelt, dass das Unternehmen verheißungsvolle Leder-Prototypen herstellen konnte. "Weil wir jetzt mit den Materialien rumspielen können, können wir uns auch vorstellen, aus dem Labor in die Produktion zu gehen", sagt Swanson. "Es ist nicht mehr bloß Theorie."

Modern Meadow hat ein Verfahren entwickelt, das es erlaubt, im Labor organisches Leder herzustellen und ist damit sehr viel umweltfreundlicher. "Wir stellen ein Material her, das kein Haar und kein Fett an sich hat. Daher vermeiden wir das Kalken und die Giftigkeit, die sonst im Lederproduktion üblich ist", zitiert das Blatt Co-Gründer Andras Forgacs. Die zum Teil für Arbeiter und Kunden gesundheitsgefährdenden Chemikalien entfallen.

Produktion im größeren Stil

Ein entscheidender Marktvorteil kann für das Unternehmen die Möglichkeit werden, ein gezielt auf den Kunden zugeschnittenes Material anzubieten. Besonders für Designer könnte die Produktion interessant werden, wenn bei der Bestellung bereits bestimmte Produkteigenschaften, wie Flexibilität oder Elastizität des Materials, festgelegt werden.

Die neue Finanzierung erlaubt es dem Unternehmen, die Produktion im größeren Stil in Angriff zu nehmen. Eine Hürde könnte die Wettbewerbsfähigkeit bei den Kosten und damit den Preisen für den Käufer werden, vermutet der "Business Insider". Zusätzlich sei es noch fraglich, ob der Kunde das Substitut für Naturleder auch annimmt.

Bei der Produktion von Leder soll es für das Unternehmen nicht bleiben: Modern Meadow will zusätzlich auch Fleisch herstellen. Co-Gründer Forgacs ist davon überzeugt, dass ihr Weg der Leder- und Fleischproduktion eine humanere darstellt, als es das Schlachten von Tieren ist. Das Unternehmen will die Forschungs- und Entwicklungsphase jetzt hinter sich lassen und auf die Produktion konzentrieren. Für die unmittelbare Zukunft bedeutet das, in New York ein Büro und eine Fabrik zu eröffnen.

Quelle: n-tv.de